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Mittwoch
28.04.2021

Vermarktung

Vorbereitungen für einen baldigen «Restart», den man im Hallenstadion ab dem vierten Quartal sieht...

Gähnende Leere: Ab dem 28. Februar 2020 stand die Halle des Zürcher Hallenstadions leer und das Geschäft kam praktisch zum Erliegen.

Nur gerade an 42 Tagen gingen Veranstaltungen im Januar, Februar und Oktober mit Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort in Oerlikon über die Bühne. Geplant waren 178 Veranstaltungen an 153 Eventtagen für das vergangene Jahr.

Durch die Pandemie brach dementsprechend der Umsatz um 74 Prozent auf 5,35 Millionen Franken ein. 2019 generierte die 14’300 Quadratmeter grosse Halle noch 20,68 Millionen Franken. Unter dem Strich verbucht die AG Hallenstadion einen Verlust von 2,63 Millionen Franken gegenüber einem Gewinn von 696’000 Franken im Jahr 2019.

«Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sind für unser Unternehmen einschneidend und gefährlich», kommentiert Verwaltungsratspräsident Balz Hösly die Situation. Trotz Kurzarbeitsentschädigung und einer Pandemie-Versicherung für die ersten drei Monate seien die Corona-bedingten Ausfälle beträchtlich.

«Als wir im März 2020 den Hallenstadion-Krisenplan machten, wurden wir von vielen als Schwarzseher bezeichnet: Wir rechneten mit einer aufgezwungenen Schliessung bis im Juni 2021. Dieser strategische Entscheid für unsere Planung war damals einsam und sehr hart, aber, wie die heutige Realität zeigt, richtig», resümiert Hösly im Geschäftsbericht die VR-Entscheide.

Für den neuen Direktor Philipp Musshafen gings dementsprechend turbulent los, obwohl die Crew von einem vermeintlichen «Rekordjahr» ausging, wie Musshafen im Geschäftsbericht erklärt. «Noch im Februar ging es darum, die vielen gebuchten grossen, internationalen Konzert-Tourneen und Firmenevents vorzubereiten. Und
 auch die anstehende Eishockey-WM wurde bereits von der Planungsphase in die Umsetzungsphase überführt.»

Noch am Vorabend des 28. Februar 2020 hätten über 8’000 Fans zum Sound der Hamburger Band «Deichkind» bis in den späten Abend ausgelassen getanzt. Danach wurde die Arena nach dem Grossveranstaltungsverbot über Nacht geräumt. Das fast ausverkaufte Konzert der Berliner Band «AnnenMayKantereit» fiel ins Wasser.

Zurzeit bereiten sich Philipp Musshafen und das Team auf einen baldigen «Restart» vor, den man ab dem vierten Quartal prognostiziert. «Im Wissen, dass sich unser Geschäft aber erst nach und nach wieder erholen wird. Dazu kommt natürlich auch noch die schon allein riesige Herausforderung, den Auszug des ZSC ab Mai 2022 bewältigen und kompensieren zu wollen», so Musshafen.

Die AG Hallenstadion ist zu mehr als zehn Prozent im Besitz der Stadt und des Kantons Zürich. Man habe deshalb bereits im Juni 2020 bei den öffentlichen Aktionären einen Antrag auf krisenbedingte Entlastungsmassnahmen eingereicht. Dieser Antrag beschlägt im Wesentlichen eine Reduktion der Abgaben Darlehenszinsen, Baurechtszinsen, Mietzinsen et cetera. «Die Finanzdirektion des Kantons Zürich und der Stadtrat haben den Antrag gutgeheissen, im Gemeinderat ist er aber immer noch hängig», schreibt die AG Hallenstadion.

«Wegen der durch die Corona Krise vorherrschenden Ungewissheit sowie den aktuell beanspruchten und zurückzuzahlenden Covid-19-Krediten des Bundes beantragt der Verwaltungsrat der kommenden Generalversammlung vom 25. Mai 2021, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten und den Jahresverlust auf die neue Rechnung vorzutragen.»

Mit diesem Schritt soll gewährleistet werden, dass mehr liquide Mittel für das operative Kerngeschäft zur Verfügung stünden und die AG Hallenstadion die Krise – die Gewährung der Entlastungsmassnahmen durch die Stadt Zürich vorausgesetzt – aus eigener Kraft meistern könne.