Content:

Sonntag
14.02.2021

Vermarktung

Das Coronavirus verändert die Gepflogenheiten im Werbemarkt: Kulantes Storno und weniger Planungssicherheit seien heute normal, sagte MMB-CEO Thorsten Schoen. (© MMB)

«Die Pandemie ist auch an uns nicht spurlos vorbeigegangen», erklärt Thorsten Schoen, CEO und Verwaltungsrat der MMB Media Agentur AG, gegenüber dem Klein Report. Dennoch musste die Mediaagentur bis jetzt nicht Kurzarbeit beantragen, ganz im Gegenteil, es herrscht eher Aufbruchstimmung.

Im letzten November hat die MMB Media Agentur AG die Mehrheit an der Online Marketing AG übernommen und ihr Angebot im Digitalen ausgebaut. Vom Corona-bedingten Onlineschub auf dem Werbemarkt wurden die beiden Firmen aber dennoch etwas überrumpelt.

Anders als während des ersten Lockdown im Frühling 2020 habe die MMB Media Agentur AG in diesem Jahr bisher nicht auf Kurzarbeit zurückgreifen müssen, sagt Thorsten Schoen. Die Schliessung von Geschäften und Showrooms habe die Kunden aber natürlich stark getroffen. Kampagnen wurden kurzfristig storniert und Budgets reduziert. 

«Im Vordergrund stand das Thema Liquidität. Gemeinsam mit unseren Kunden haben wir aber stets nach Lösungen gesucht», so Schoen zu der misslichen gegenwärtigen Lage, die von vielen Unternehmen Kulanz und Erfindungsgabe verlangt.

Mehr denn je sei «Flexibilität» das Schlagwort der Stunde, auch im Mediageschäft. Seit dem ersten Lockdown im März 2020 seien die Kampagnen nicht nur weniger zahlreich, sondern auch kurzfristiger in der Pipeline.

«Budgets werden kampagnenweise und situativ gesprochen. Für unsere Marktpartner bedeutet dies, kulantere Stornobedingungen akzeptieren zu müssen und weniger Planungssicherheit in der Auftragsannahme und -abwicklung zu haben.» 

Wie die meisten Player auf dem Werbemarkt rechnet auch die MMB Media Agentur AG mit Zurückhaltung bei den Werbeausgaben, solange sich die wirtschaftlichen Rahmendingungen nicht entspannt haben.

Lockdown und Homeoffice haben die Verlagerung von Werbegeldern in den Onlinebereich weiter beschleunigt. Dass Thorsten Schoen mit seiner Mediaagentur im vergangenen November die Mehrheit an der Online Marketing AG übernommen hat, sollte diesen Trend «antizipieren», wie er sagt. Das schiere Tempo der Verlagerung ins Digitale habe ihn dann aber doch überrascht.

«Durch laufende Investitionen in technologische Lösungen, die Nutzung von künstlicher Intelligenz und zertifizierten Partnerschaften (Google Premium, Facebook Associate & Science, Bing, Searchmetrics) sind wir mit der Online Marketing AG nun aber hervorragend aufgestellt», gibt sich Schoen überzeugt.

Durch die Beteiligung im letzten Herbst wurden aus zwei Konkurrenten eng verbundene Partner. «Statt wie bisher die jeweiligen Aspekte von On- und Offline zu vertreten, werden zukünftig gemeinsame, massgeschneiderte Lösungen für die Bedürfnisse der Kunden entstehen», sagte der MMB-CEO zu der Partnerschaft mit der Online Marketing AG.

Zurzeit treten die beiden Unternehmen noch unter eigenem Namen auf. Die Online Marketing AG in Steinhausen konzentriert sich auf den Digitalbereich. Die MMB Media Agentur AG in Glattbrugg bearbeitet die klassischen Medien, den Mediaeinkauf und «digitale Marketingleistungen ausserhalb Google und Social Media». 

Dass die beiden Agenturen irgendwann ganz fusionieren, sei ein «mögliches späteres Szenario», so Thorsten Schoen gegenüber dem Klein Report.