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Mittwoch
13.05.2020

TV / Radio

KKR: «Wir sind davon überzeugt, dass das Unternehmen derzeit am Kapitalmarkt unterbewertet ist.»

Der US-Finanzinvestor KKR (ehemals Kohlberg Kravis Roberts) ist wieder bei der deutschen ProSiebenSat. 1 eingestiegen. Die Beteiligungsgesellschaft hält über 5 Prozent am börsenkotierten Medienkonzern.

Das «Handelsblatt» zitierte am Montag aus einer Stimmrechtsmitteilung. Eine KKR-Sprecherin kommentierte den Einstieg: «Wir haben uns dazu entschieden, im Rahmen eines finanziellen Investments wieder bei ProSiebenSat. 1 einzusteigen. Wir sind davon überzeugt, dass das Unternehmen derzeit am Kapitalmarkt unterbewertet ist.»

Seinen Hunger auf deutsche Medienunternehmen hat KKR bereits bei Axel Springer gezeigt, wo der Finanzinvestor heute als grösster Anteilseigner etwa 48 Prozent hält.

ProSiebenSat.1 hat das erste Quartal mit einem Umsatzanstieg von 1 Prozent auf 926 Millionen Euro (Vorjahr: 913 Mio Euro) abgeschlossen, organisch sank der Umsatz hingegen um 1 Prozent. «Das Nicht-TV-Werbegeschäft machte 52 Prozent (Vorjahr: 48 Prozent) des Konzernumsatzes aus, der Digitalanteil am Konzernumsatz lag bei 35 Prozent (Vorjahr: 30 Prozent)», kommentierte der Konzern seine Quartalszahlen.

Auf EBITDA-Stufe gings um 17 Prozent auf 157 Mio Euro (Vorjahr: 190 Mio Euro) zurück. Grund seien hier «insbesondere die niedrigeren Erlöse im TV-Werbegeschäft», so ProSiebenSat. 1 damals. Aber auch die unterschiedlichen Ertragsstrukturen der einzelnen Segmente wirkten sich aus, «da die Gruppe hauptsächlich in margenschwächeren Geschäften Wachstum verzeichnete und im Gegensatz dazu Rückgänge in ihrem margenstarken TV-Werbegeschäft verbuchte». Dementsprechend sank der Konzernüberschuss auf 58 Mio Euro (Vorjahr: 94 Mio Euro).

Neben US-Finanzinvestor KKR, der zwischen 2006 und 2014 schon einmal Aktionär bei ProSiebenSat. 1 war, hält die italienische Familie Berlusconi über ihre Mediaset 24,2 Prozent sowie der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky zehn Prozent am deutschen TV-Konzern aus München.