KleinReport Der Mediendienst der
Schweizer Kommunikationsbranche.
Erscheint täglich, 6-mal die Woche
Sonntag
26. Mai 2013, 09:51
«Qualität der Medien»: Wer wird gelobt, wer getadelt?
17:02
Sonntag
28.10.2012
Schweiz

Die Einordnung und qualitative Beurteilung einzelner Pressetitel und Sender ist die Würze im Jahrbuch «Qualität der Medien 2012» und sorgt zuverlässig für Ärger und (Schaden-)freude in den Verlagshäusern und Redaktionsstuben. Nachfolgend einige Höhe- bzw. Tiefpunkte aus der aktuellen Ausgabe.

An der Spitze des neu eingeführten Qualitätsscorings stehen wenig überraschend zwei Sendungen von Schweizer Radio: «Echo der Zeit» und «Rendez-vous». In Sachen Qualität am schlechtesten abgeschnitten haben die Nachrichten von Radio Argovia, «Aktuell» von Tele M1, «Züri News» von Tele Züri, «Blick» und «Sonntagsblick» (Online und Print), «20 Minuten» (Online und Print in allen Sprachregionen), «Le Matin» (Online und Print) sowie die Onlineausgaben von «Tribune de Genève» und «24 heures».

Auch die Printausgaben der «Berner Zeitung» und «24 heures» stehen gemäss dem Qualitätsbericht «bereits im Nahbereich der Gratiszeitungen». Lob gibt es hingegen für NZZ online und tagesanzeiger.ch («die zwei besten Newssites») sowie für die «Neue Zürcher Zeitung», «Le Temps», «NZZ am Sonntag» und «Neue Luzerner Zeitung», die sich «in der Nähe der Informationsleistungen des öffentlichen Radios» bewegen.

Heftig beklagt das Jahrbuch «Qualität der Medien 2012» eine «mangelnde Qualitätsverpflichtung im privaten Rundfunk». Speziell ihr Fett weg bekommen die Radiosender Radio Argovia und Lausanne FM. Gelobt wird hingegen der private TV-Sender Léman Bleu, der sich mit seiner Nachrichtensendung «in allen Qualitätsdimensionen deutlich von `Züri News` und `Aktuell` der ressourcenstärkeren Sender Tele Züri und Tele M1 abhebt und in einigen Dimensionen mit den Nachrichtensendungen des öffentlichen Fernsehens zu vergleichen ist». Pikant ist auch die Feststellung, dass eine Konzessionierung nicht unbedingt zu höherer Qualität führen muss: «Trotz Leistungsauftrag und Gebührenunterstützung ist die Qualität der Nachrichten von Tele M1 in den meisten Qualitätsdimensionen ähnlich niedrig wie jene von Tele Züri.»

Kritisiert wird teilweise aber auch die sogenannte Qualitätspresse, insbesondere - wenig überraschend - die «Weltwoche». Gelobt wird zwar die «relevante Informationsvermittlung mit ausgeprägtem Meinungsjournalismus», kritisiert jedoch «die Diskreditierung von Personen und Gruppierungen mit abweichenden Positionen». Generell diagnostizieren die Forscher eine «Renaissance» der «Weltanschauungspresse», zu der sie im Übrigen auch die «Basler Zeitung» zählen, beklagen aber, dass die Kritik im Gegensatz zu den früheren Parteiblättern weniger auf Strukturen und Entwicklungen, sondern vielmehr auf Personen abziele.

Weitere Berichte des Klein Reports zum Jahrbuch:

Jahrbuch «Qualität der Medien 2012» beklagt erneut Qualitätsverlust

Jahrbuch «Qualität der Medien 2012» kritisiert dominante Marktstellung der Tamedia

Verleger orten mangelnde Qualität beim Jahrbuch «Qualität der Medien»

Am 17.08.2010 zum Jahrbuch 2010: Kommentar von Medienrechtsanwalt und QM-Berater für elektronische Medien Andreas Meili zum Jahrbuch 2010 zum Thema «Qualität der Medien»

Weitere Artikel - Sonntag 28.10.2012
22:55 Christoph Blocher will Basler Zeitung Medien (BZM) verschlanken
Sonntag
28.10.2012
Schweiz

Christoph Blocher will eine «nackte» «Basler Zeitung» (BaZ), die nur noch aus Redaktion und Verlag besteht. Dies sagte der Unternehmer in einem Interview mit der «SonntagsZeitung», in dem er neben seinem Engagement beim Basler Medienhaus unter anderem auch zur Abzocker-Initiative Stellung nahm.

«Die BaZ ist keine Zeitung, sondern ein notleidender Mischkonzern mit mehr als tausend Mitarbeitern», so Blocher gegenüber der «SonntagsZeitung». Dazu gehörten nicht betriebsnotwendige Liegenschaften, Druckerein, Broker, Werbevermittler für Dritte und vieles mehr. Die Medienvielfalt Holding wolle «diese noch freie Tageszeitung unabhängig halten». «Das Ziel», erklärteweiter lesen...

22:24 Doch keine «Sternstunde Philosophie» mit Ex-SNB-Chef Hildebrand
Sonntag
28.10.2012
Schweiz

Am Sonntag, 18. November, wollte das Schweizer Fernsehen ein Gespräch mit Ex-Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand und Ex-UBS-Chef Peter Kurer zeigen. Angekündigt war eine Ausgabe der «Sternstunde Philosophie» zum Thema «Geld stinkt nicht». Einem Bericht der Zeitung «Der Sonntag» zufolge hat das SF die Sendung nun abgesagt. Dies, weil Hildebrand öffentlich nur noch über Themen reden wolle, die mit seiner neuen Stelle beim US-Vermögensverwalter BlackRock zu tun hätten, wie die Zeitung ohne Angabe von Quellen schreibt.

Das Gespräch mit Hildebrand und Kurer, so «Der Sonntag», finde zwar wie geplant am 14. November am Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) inweiter lesen...

22:18 Facebook-Kläger Paul Ceglia soll Beweismaterial gefälscht haben
Sonntag
28.10.2012
Ausland

Facebook-Kläger Paul Ceglia ist am Freitag im US-Bundesstaat New York verhaftet worden. Dem Internetunternehmer wird laut amerikanischen Medienberichten vorgeworfen, Dokumente gefälscht zu haben, um sich zum Mitbesitzer von Facebook zu machen. Ceglia hatte im Jahr 2010 Klage gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg eingereicht und behauptet, ihm würden 84 Prozent am sozialen Netzwerk gehören. Die Klage dürfte mit der Verhaftung vom Tisch sein - Celgia droht eine langjährige Haftstrafe.

Der Streit geht auf ein Projekt Ceglias zurück, an dem der spätere Facebook-Gründer Mark Zuckerberg während seiner Studienzeit in Harvard als Programmierer mitgearbeitet hatte. Nun steht Cegliaweiter lesen...

18:10 Dominique Hiltbrunner verzichtet auf Kauf des «Schweizer Bauer» und verkauft «Women in Business»
Sonntag
28.10.2012
Schweiz

Dominique Hiltbrunner wird die 49-Prozent-Beteiligung der Espace Media AG am «Schweizer Bauer» nun doch nicht übernehmen. Nach dem starken Ausbau seines Medienportfolios im letzten Jahr folge nun eine Phase der Konsolidierung seiner Aktivitäten, heisst es als Begründung in einer Mitteilung vom Freitag. Aus diesem Grund hat der umtriebige Basler Verleger Espace Media sowie die Miteigentümerin Ökonomische und Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Bern (OGG) darüber informiert, dass er vom im Februar 2012 vereinbarten Kaufvertrag zurücktreten will. Die beiden Partner haben diesem Schritt zugestimmt.

Espace Media hält weiterhin an der Absicht fest, sich aus strategischen Gründen vom «Schweizer Bauer» zu trennen, wie der Verlag am Freitag mitteilte. Für die 27 Mitarbeitenden des Redaktions- und Verkaufsteams ergeben sich aus dem Rücktritt von Dominique Hiltbrunner keine direkten Folgen. «Zur Zeit finden exklusiveweiter lesen...