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20. Juni 2013, 01:07
Jahrbuch «Qualität der Medien 2012» beklagt erneut Qualitätsverlust
12:00
Sonntag
28.10.2012
Schweiz

Die Informationsmedien von Presse, Radio, Fernsehen und Onlinebereich verzeichneten unter dem Druck krisenhafter Ereignisse im Jahr 2011 mehr Hardnews als im Vorjahr. Gleichzeitig habe der Aktualitätsdruck dazu geführt, dass 2011 weniger Hintergründe vermittelt worden seien. Das ist das zentrale Ergebnis des dritten Jahrbuchs «Qualität der Medien», welches am Freitag vom Zürcher Soziologen Kurt Imhof vorgestellt wurde. Zum dritten Mal hat der fög - Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich - die Versorgung der Schweiz durch Informationsmedien, ihre Qualität, ihre Nutzung und ihre Einnahmen untersucht.

Im Vergleich aller Medientypen sinkt gegenüber dem Vorjahr bei den Abonnementszeitungen der Anteil der einordnenden Berichterstattung am stärksten, haben die Forscher festgestellt. Die Kernkompetenz der Abonnementszeitungen, Kontextwissen zu vermitteln, sei 2011 an Ressourcengrenzen gestossen.

Ein neu implementiertes Qualitätsscoring soll es den Forschern erlauben, die publizistische Qualität der untersuchten 46 Medientitel der Gattungen Presse, Radio, TV und Online zu hierarchisieren. So haben gemäss dieser Analyse 2011 die Informationssendungen des öffentlichen Radios aus der Deutschschweiz die Qualitätsspitze gebildet, am unteren Ende der Qualitätsbandbreite platziert sind die Gratis- und Boulevardzeitungen on- und offline, die Newssites der Abonnementspresse aus der Suisse romande sowie der Privatrundfunk. Dazwischen rangieren die Sonntagszeitungen, die zwei besten Newssites und die Abonnementspresse. Einzelne regionale Abonnementstitel kommen nahe bei den Gratiszeitungen zu liegen.

In der Presse und im Rundfunk schrumpft die Abdeckungsquote der Informationsmedien gemäss der Untersuchung weiterhin, das heisst die Auflage- und Nutzungszahlen wachsen nicht parallel zur Bevölkerung oder sind sogar rückläufig. Die Nutzung der Online-Newssites nimmt demgegenüber zu. Die Gratiskultur im Internet und die beschleunigte Newsproduktion sowie die Ertragsunsicherheiten im Onlinewerbemarkt durch die wachsende mobile Nutzung wirken aber hemmend auf die Qualitätsentwicklung, so ein Fazit von Kurt Imhof und seinem Team. Online bleibe zu wenig Zeit und Personal für eine einordnende Berichterstattung. Gleichzeitig führe die Orientierung an Klickraten zu hohen Anteilen an Softnews.

Die langfristigen Nutzungsverschiebungen zwischen den Mediengattungen führen gemäss der Untersuchung dazu, dass die Schweizer Bevölkerung im Jahr 2011 mit niedrigerer publizistischer Qualität versorgt wurde als noch vor zehn Jahren: Die Forscher zeichnen das Bild einer Qualitätspyramide mit einer erodierenden Spitze, einem bröckelnden mittleren Segment und einer wesentlich breiter gewordenen Basis qualitätsniedriger Medien. Mit Blick auf die 46 inhaltlich untersuchten Medien haben demnach in der Deutschschweiz und stärker noch in der Suisse romande qualitätsniedrige Titel in den letzten Jahren an Verbreitung gewonnen.

Die sogenannt «qualitätsniedrigen Titel» vom Typ Boulevard- und Gratiszeitung sowie der ebenfalls «qualitätsniedrige» private Rundfunk erreichen in der französischen Schweiz im Jahr 2011 mit 45 Prozent den anteilmässig grössten Teil der Bevölkerung. In der Deutschschweiz decken Medientitel von «niedriger Qualität» - immer gemäss der Definition der Universität Zürich - 37 Prozent der Bevölkerung ab.

Die Finanzierung für das Jahrbuch wird durch die gemeinnützige Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft eingebracht. Der Stiftungsrat setzt sich zusammen aus Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist, «Tachles»-Chefredaktor Yves Kugelmann, Ex-Bundesratssprecher Oswald Sigg und Kurt Imhof.

Weitere Berichte des Klein Reports zum Jahrbuch:

«Qualität der Medien»: Wer wird gelobt, wer getadelt?

Jahrbuch «Qualität der Medien 2012» kritisiert dominante Marktstellung der Tamedia

Verleger orten mangelnde Qualität beim Jahrbuch «Qualität der Medien»

Am 17.08.2010 zum Jahrbuch 2010: Kommentar von Medienrechtsanwalt und QM-Berater für elektronische Medien Andreas Meili zum Jahrbuch 2010 zum Thema «Qualität der Medien»

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Sonntag
28.10.2012
Schweiz

Christoph Blocher will eine «nackte» «Basler Zeitung» (BaZ), die nur noch aus Redaktion und Verlag besteht. Dies sagte der Unternehmer in einem Interview mit der «SonntagsZeitung», in dem er neben seinem Engagement beim Basler Medienhaus unter anderem auch zur Abzocker-Initiative Stellung nahm.

«Die BaZ ist keine Zeitung, sondern ein notleidender Mischkonzern mit mehr als tausend Mitarbeitern», so Blocher gegenüber der «SonntagsZeitung». Dazu gehörten nicht betriebsnotwendige Liegenschaften, Druckerein, Broker, Werbevermittler für Dritte und vieles mehr. Die Medienvielfalt Holding wolle «diese noch freie Tageszeitung unabhängig halten». «Das Ziel», erklärteweiter lesen...

22:24 Doch keine «Sternstunde Philosophie» mit Ex-SNB-Chef Hildebrand
Sonntag
28.10.2012
Schweiz

Am Sonntag, 18. November, wollte das Schweizer Fernsehen ein Gespräch mit Ex-Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand und Ex-UBS-Chef Peter Kurer zeigen. Angekündigt war eine Ausgabe der «Sternstunde Philosophie» zum Thema «Geld stinkt nicht». Einem Bericht der Zeitung «Der Sonntag» zufolge hat das SF die Sendung nun abgesagt. Dies, weil Hildebrand öffentlich nur noch über Themen reden wolle, die mit seiner neuen Stelle beim US-Vermögensverwalter BlackRock zu tun hätten, wie die Zeitung ohne Angabe von Quellen schreibt.

Das Gespräch mit Hildebrand und Kurer, so «Der Sonntag», finde zwar wie geplant am 14. November am Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) inweiter lesen...

22:18 Facebook-Kläger Paul Ceglia soll Beweismaterial gefälscht haben
Sonntag
28.10.2012
Ausland

Facebook-Kläger Paul Ceglia ist am Freitag im US-Bundesstaat New York verhaftet worden. Dem Internetunternehmer wird laut amerikanischen Medienberichten vorgeworfen, Dokumente gefälscht zu haben, um sich zum Mitbesitzer von Facebook zu machen. Ceglia hatte im Jahr 2010 Klage gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg eingereicht und behauptet, ihm würden 84 Prozent am sozialen Netzwerk gehören. Die Klage dürfte mit der Verhaftung vom Tisch sein - Celgia droht eine langjährige Haftstrafe.

Der Streit geht auf ein Projekt Ceglias zurück, an dem der spätere Facebook-Gründer Mark Zuckerberg während seiner Studienzeit in Harvard als Programmierer mitgearbeitet hatte. Nun steht Cegliaweiter lesen...

18:10 Dominique Hiltbrunner verzichtet auf Kauf des «Schweizer Bauer» und verkauft «Women in Business»
Sonntag
28.10.2012
Schweiz

Dominique Hiltbrunner wird die 49-Prozent-Beteiligung der Espace Media AG am «Schweizer Bauer» nun doch nicht übernehmen. Nach dem starken Ausbau seines Medienportfolios im letzten Jahr folge nun eine Phase der Konsolidierung seiner Aktivitäten, heisst es als Begründung in einer Mitteilung vom Freitag. Aus diesem Grund hat der umtriebige Basler Verleger Espace Media sowie die Miteigentümerin Ökonomische und Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Bern (OGG) darüber informiert, dass er vom im Februar 2012 vereinbarten Kaufvertrag zurücktreten will. Die beiden Partner haben diesem Schritt zugestimmt.

Espace Media hält weiterhin an der Absicht fest, sich aus strategischen Gründen vom «Schweizer Bauer» zu trennen, wie der Verlag am Freitag mitteilte. Für die 27 Mitarbeitenden des Redaktions- und Verkaufsteams ergeben sich aus dem Rücktritt von Dominique Hiltbrunner keine direkten Folgen. «Zur Zeit finden exklusiveweiter lesen...