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Dienstag
06.04.2021

Medien / Publizistik

Alle Menschen hätten «das Recht, zu demonstrieren», aber Medienschaffende müssen frei berichten können... (Bild: Reuters Video aus Stuttgart)

Am Ostersamstag ist es am Rande der Demonstrationen in Stuttgart gegen die Corona-Auflagen mehrfach zu Anfeindungen und Aggressionen gegen Journalisten gekommen. Mehrere Reporter haben sich wegen Übergriffen an die Gewerkschaft gewandt, berichtet der Bundesverband Baden-Württemberg des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV).

Neben den Scharmützeln, bei denen Journalistinnen und Journalisten an ihrer Arbeit gehindert wurden, wird auch von handfesten Zwischenfällen berichtet. Der ARD-Journalist Thomas Denzel musste eine Live-Schaltung mit «Tagesschau24» abbrechen, weil ein harter Gegenstand in Richtung seines Teams geworfen wurde.

«Wieder einmal kennen die selbsternannten Querdenker keine Hemmungen, Berichterstatter als Ziel ihrer Wut anzugreifen», kommentierte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Dabei beklagt er die «offensichtliche Untätigkeit der Polizeibeamten, die nichts für den Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen unternehmen».

Der Verband erwarte nun klare Antworten: «Was muss eigentlich noch passieren, bis die Sicherheitskräfte erkennen, dass Journalistinnen und Journalisten in Deutschland nicht mehr frei berichten können?»

Auch Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) hat die massenhaften Regelverstösse und die Attacken auf Journalisten bei den Stuttgarter Protesten gegen die Corona-Restriktionen scharf kritisiert. Alle Menschen hätten «das Recht, zu demonstrieren», schrieb Maas am Samstagabend im Onlinedienst Twitter.

Aber die Beleidigungen und Übergriffe auf Journalisten im Zuge der Proteste hätten «mit Demonstrationsfreiheit rein gar nichts zu tun». Vielmehr handele es sich um Angriffe auf die Pressefreiheit. «Sie müssen verfolgt und geahndet werden», forderte der SPD-Politiker.