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Dienstag
20.10.2020

TV / Radio

Fredi Hinz will diesmal keinen Stutz, sondern brauchbare Konzepte für die Show-Branche. Christian Jott Jenny hat ihn nach Sankt Moritz eingeladen.... (Foto: Klein Report)

The show must go on: Am Freitag und Samstag haben Viktor Giacobbo und Christian Jott Jenny bei einem «spontanen Anlass» im Casinotheater Winterthur friedlich demonstriert, dass die Unterhaltungsbranche nicht gut beraten ist, die Bühne in Zukunft nur noch Corona zu überlassen.

«Traktanden nach Noten – eine Dinner-Show» war der Titel des zweistündigen Programms. Der ganze Abend ist dabei Corona-konform quer durch das ganze Casino choreographiert worden. Im eigentlichen Theatersaal hat Stefan Heuss, der irrwitzige Tüftler aus «Giacobbo / Müller», seine reguläre Show abgezogen. Das Publikum dazu maskiert und im Bundesrat-konformen Abstand.

Im grossen Festsaal wurden knapp 100 maskierte Gäste von ebenso maskierten Hosts an ihre Tische begleitet. So sehe das «neue Ausverkauft» aus, begrüsste Christian Jott Jenny von der Bühne, denn an den langen Esstischen hätten problemlos dreimal so viele Leute Platz finden können. Aber es ging dem Veranstalter offensichtlich nicht um das in der Branche dringend nötige Geschäft, sondern um ein Statement.

«Always Look On the Bright Side of Life», hat Jenny als Zugabe nach einem begeisterten Schlussapplaus die ganze Stimmung zusammengefasst. Der Song, im Film der Monty Python von Christus ans Kreuz genagelt gesungen, war durchgehend das Motto des witzigen Abends.

Ein Höhepunkt: Viktor Giacobbo hat sich nach Jahren der Abstinenz wieder einmal in das Kostüm von Fredi Hinz gezwängt. Auf der Bühne hat er aber nicht um einen Stutz gebettelt, sondern Jenny beliebt zu machen versucht, dass er gerne nach Sankt Moritz umziehen möchte. «Kein Problem», meinte Jenny, der seit dem 1. Januar 2019 als Gemeindepräsident im noblen Ferienort wirkt. Man hätte zurzeit genügend freie Hotelbetten im «Suvretta House» oder auch im «Palace», die man Fredi als Notunterkunft anbieten könnte.

Christian Jott Jenny, der vor seiner Zeit als Gemeindebeamter international erfolgreich als Entertainer getingelt ist, hat natürlich seine heutige Doppelrolle auch zu einem Thema machen müssen. Das Steueramt in Sankt Moritz würde sich freuen, dass er hier in Winterthur noch ein bisschen dazu verdiene. Zudem habe er sich verpflichten müssen, dass er in seinem neuen Programm möglichst viel Werbung für den Touristenort mache. Jenny ist dem gerecht geworden, indem er ein paar Welthits auf Sank Moritz umgemünzt hat. Statt «Route 66» interpretierte er den Song der Rolling Stones als «Weg nach Sankt Moritz».

In einem anderen Medley interpretierte der Sänger zusammen mit seinem sechsköpfigen «Staatsorchester» die meistgewünschten Lieder wie «Time to Say Goodbye» an einer Beerdigung. «Eine der besten Möglichkeiten, um heute als Musiker noch etwas Geld verdienen zu können.»

Am Dienstag geht es im Casinotheater bereits weiter mit dem künstlerischen Aufbäumen gegen Corona. Ein «Corona-Roast» bringt die gefragtesten Comedians Dominic Deville, Viktor Giacobbo, Rebekka Lindauer, Patti Basler und Stefan Büsser erstmals gemeinsam auf die Bühne.

Das Konzept der Roast-Show geht auf «The Dean Martin Show» zurück. In dieser Sendung wurde der wöchentliche «Celebrity Roast» eingeführt. Der Begriff lässt sich mit «rösten» übersetzen. Der «Geröstete» soll dabei die verbalen Attacken der anderen Gäste möglichst ungerührt ertragen und darf nie die Fassung verlieren. Man darf gespannt sein, wie Deville auf der Bühne seinen Wegbereiter Giacobbo «rösten» wird.

Der «Corona-Roast» wird am Sonntag, 25. Oktober auf dem Sendeplatz von «Deville» auf SRF 1 ausgestrahlt.