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Freitag
04.09.2020

TV / Radio

Die Kirchen müssten gar nicht mehr aufgemacht werden, denn Corona hat gezeigt, dass es kein Gott gebe. Wir bräuchten nur noch Daniel Koch, meinte Deville frech...

«Es wird immer nur über Christen hergezogen und sie werden diffamiert und ins Lächerliche gezogen»: So beklagte sich ein Zuschauer über die Satiresendung «Deville» vom 17. Mai im Schweizer Fernsehen. Nun hat die Ombudsstelle geantwortet. 

Die Sendung von Dominic Deville rühmt sich seines «amüsant-provokanten Blicks» auf das aktuelle Geschehen. Doch dieses Mal hätte sie über die Stränge gehauen, beanstandete ein Fernsehzuschauer und fragte sich, warum andere Religionen wie der Islam nie auf die Schippe genommen würden. 

Die beiden Ombudsleute, Esther Girsberger und Kurt Schöbi, haben den Fall unter die Lupe genommen. Sie konnten «keinerlei Verletzungen der für eine Beanstandung relevanten Bestimmungen des Radio- und Fernsehgesetzes erkennen», heisst es in ihrer Stellungnahme. 

Dem Klein Report sind zwei Punkte der Beurteilung der Ombudsstelle aufgefallen: In der angeprangerten «Deville»-Folge ging es vor allem um Themen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, beispielsweise um die Lockerung des Lockdowns.

Schulen, Museen, Märkte und weitere öffentliche Einrichtungen machten ihre Türen in der Woche vom 17. Mai wieder auf, als die umstrittene Sendung ausgestrahlt wurde, das Abhalten von Gottesdiensten oder religiösen Feiern war hingegen stets untersagt. Dazu kommentierte Showmaster Dominic Deville frivol, dass alles Wichtige wieder geöffnet würde.

Weiter ging der Satiriker auf Daniel Koch ein, dem abgetretenen Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG. Die Kirchen müssten gar nicht mehr aufgemacht werden, denn Corona hat gezeigt, dass es keinen Gott gebe. Wir bräuchten nur noch Koch, meinte Deville frech.

«Deville» sei Satire, reagierte Redaktion auf die Kritik. Das sei auch für das Publikum erkennbar gewesen. Und zur Satire gehöre, dass die Wirklichkeit verfremdet und karikiert würde.

Auch die beiden Ombudsleute stellten sich hinter die Sendungsmacher. Devilles Aussagen seien eine Interpretation dessen gewesen, was der Bundesrat als wichtig und weniger wichtig erachtet. Zudem würde der übertriebene Personenkult um Koch, der durch die Medien verursacht worden sei, ins Visier genommen.

Die Ombudsstelle hat die Beanstandung abgelehnt.