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Mittwoch
11.08.2021

TV / Radio

Wendet sich das Blatt nochmals? Kurz vor der UKW-Abschaltung hakt die Fernmeldekommission nochmals beim Bakom nach. (Bild © Bakom)

Die UKW-Abschaltung ist eine längst beschlossene Sache. Und eine nicht enden wollende Geschichte.

Am Dienstagvormittag hat sich die Fernmeldekommission des Nationalrats abermals der UKW-Frage angenommen. Mit der Radiobranche und dem zuständigen Bundesamt für Kommunikation (Bakom) sei eine «Aussprache über die geplante Abschaltung der UKW-Radiosender» geführt worden, teilte das Kommissionssekretariat am Dienstagnachmittag in aller Kürze mit.

Ergebnis der Befindlichkeitsrunde: Die Kommission hakt nochmals bei der Verwaltung nach. Konkret verlangt sie vom Bakom einen «vertiefenden Bericht», der prüfen soll, welche Folgen ein «Marschhalt» bei der geplanten Migration von UKW auf DAB+ hätte.

Das ist doch bemerkenswert: Diese Überprüfung kommt lediglich ein Jahr, bevor der Abschalthebel umgelegt werden soll. Nach dem derzeitigen Fahrplan soll die SRG nämlich im August 2022 ihre UKW-Sender ausknipsen, die Privatradios sollen im Januar 2023 folgen.

Seit einiger Zeit kritisiert vor allem Roger Schawinski den UKW-Countdown, der in einer Branchenvereinbarung 2014 ins Auge gefasst worden war. Jüngst lancierte der Radiobesitzer die Petition «Rettet UKW». Schawinski prophezeit eine «massive Beschädigung des Mediums Radio» und fordert, die Abschaltpläne nicht nur auszusetzen, sondern sie ersatzlos zu streichen.

Zur Aussprache nach Bern gereist war Schawinski gemeinsam mit Jürg Bachmann, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios (VSP). Dieser hält an den Abschaltplänen fest. Ebenso das Bakom, das die Leute seit mehreren Jahren mit aufwendigen Kampagnen zum Umstieg auf DAB+ zu animieren versucht. Auch die SRG will die UKW-Abschaltung.

Schon Ende August trifft sich die nationalrätliche Fernmeldekommission das nächste Mal. Und wird sich abermals mit dieser unendlichen Geschichte befassen. Nicht ausgeschlossen, dass sich das Blatt kurz vor Schluss nochmals wendet.