Content:

Mittwoch
13.01.2021

TV / Radio

«Geschätzt und gehört»: Privat-Radios setzen in Corona-Krise auf Infotainment. (Bild © CH Media)

Das Schweizer Fernsehen SRF 1 konnte in der zweiten Hälfte des Corona-Jahres Marktanteile dazugewinnen. SRF zwei bekam die Sport-Flaute mit voller Wucht zu spüren. Bei den Privatsendern schnitten 3+, TeleZüri und die Zentralschweizer Radios Pilatus und Central am besten ab.

Auf dem Deutschschweizer TV-Markt an der Spitze liegt nach wie vor SRF 1 mit einem Anteil von 20,8 Prozent über alle Altersgruppen, wie aus den am Dienstag publizierten Nutzungszahlen von Mediapulse hervorgeht.

Damit konnte der Sender zulegen, waren es im zweiten Semester 2019 doch noch 18,3 Prozente gewesen. Dagegen rasselte SRF zwei von 8,9 hinunter auf neu 6,5 Prozente. 

Der Absacker geschah in einem Marktumfeld, das Mediapulse insgesamt als «äusserst krisenfest» charakterisierte. Am Leutschenbach erklärte man sich den Einbruch mit dem «Wegfall des Livesports».

Die Hauptausgabe der «Tagesschau» vom 19. März kurz nach dem schweizweiten Shutdown war mit 1,493 Millionen Zuschauenden die meistgesehene Sendung im Jahr 2020.

Wie im Vorjahr folgen das ZDF mit 5,8 Prozent Marktanteil auf Rang 3, dann die ARD mit 5,4 Prozent und RTL Schweiz mit 4,8 Prozent. Bei den drei bestplatzierten deutschen Sendern blieben die Marktanteile praktisch unverändert.

Der nach Marktanteil stärkste Schweizer Privat-TV-Sender war im zweiten Halbjahr 2020 der CH-Media-Kanal 3+, der mit 2,2 Prozent den 8. Rang belegt (Vorjahr: 2,4 Prozent). TeleZüri war der zweitbeste Schweizer Sender mit einem Marktanteil von 1,1 Prozent, womit er sich um 0,2 Prozent verbesserte.

Das freute die TV-Sparte von CH Media: «Besonders glänzt der Regionalsender TeleZüri, der seinen Marktanteil bei den 15- bis 49-Jährigen um beeindruckende 101 Prozent steigern konnte», war am Mittwochnachmittag zu lesen.

Auf dem Deutschschweizer Radio-Markt blieben die Kuchenstücke der SRG-Sender und der Privatradios praktisch unverändert. Genau wie im Vorjahr kamen die SRG-Radios auf 60 Prozent Marktanteil und die Privaten auf 36 Prozent.

SRF 1 blieb der Primus mit unverändert 28 Prozent, gefolgt von SRF 3 auf Rang 2 mit ebenfalls unveränderten 14 Prozent und SRF Musikwelle mit 7 Prozent Marktanteil auf Rang 3, auch hier nur mit kosmetischen Veränderungen nach dem Komma.

Radio Pilatus darf sich fürs zweite Semester 2020 mit fast 3 Prozent das Deutschschweizer Privatradio mit dem grössten Marktanteil nennen. Knapp gefolgt von Radio Central, Radio 24, FM 1, Radio Argovia und Radio Zürisee.

Das Corona-Jahr sei eine «Achterbahn der Gefühle» gewesen, schreiben die Neuen Medien Zentralschweiz, die unter anderem Radio Central betreiben. 

«Während Werbeeinnahmen, insbesondere mit den Massnahmen, welche die regionale Wirtschaft hemmten, wegbrachen, wurden die Programme mit Infotainment in hohem Masse geschätzt und gehört.»