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Montag
06.06.2016

TV / Radio

«Kein schlaffer letzter Versuch, das liegt mir»

Am Sonntag startete Show-Dino Thomas Gottschalk (66) seinen gigantischen Comeback-Versuch auf RTL: Drei Stunden lang redete er in «Mensch Gottschalk» mit 15 Gästen - und trat dabei ausgerechnet gegen den Quoten-Riesen «Tatort» an.

«Das wird hart, das weiss ich», sagte er in einem Interview. «Wir leben in einer völlig anderen Fernsehwelt als der, die ich 2011 verlassen habe. Seit meinem Weggang von `Wetten, dass..?` hab ich nix gesehen, wo ich sage: Oh, Scheisse, das wäre meine Sendung gewesen.»

Der Show-Altmeister hat nach seinem Abgang von der ZDF-Paradeshow «Wetten, dass..?» lange nicht mehr die Massen vor die Bildschirme holen können. Sein Versuch, im Ersten am Vorabend eine neue werktägliche Sendung («Gottschalk live») mit einem netzaffinen Potpourri an Themen zu servieren, scheiterte an der Quote. Sein Einsatz als Jury-Mitglied beim RTL-«Supertalent» war blass, «Gottschalks grosses Klassentreffen» war ebenfalls kein Hit.

Auf die neue Sendung lässt der Entertainer, der nicht so recht vom Fernsehen lassen kann, aber nichts kommen: «Das ist kein schlaffer letzter Versuch, das liegt mir», sagte er. «Das persönliche Involviertsein wird man der Show anmerken. Keine hippen Themen, kein Hashtag Gottschalk, das hatte ich schon mal, keine erhobenen Daumen, keine Smileys, ich werde auch niemanden in meinem Leben Ziegenficker nennen. Ich bin der Gottschalk, den die Leute kennen.»

In der Info-Show, die Spiegel TV für RTL produziert, wird «Gottschalk live» in Berlin mehrere aktuelle Themen mit Gästen behandeln. Unter anderem geht es um das Thema Krebs, um die Fussball-EM vor dem Hintergrund des Terrors und um die Zukunft der Mobilität.

Einer seiner Gäste war Samuel Koch: Der junge Mann, heute (28), verletzte sich beim Sprung über fahrende Autos am 4. Dezember 2010 bei «Wetten, dass..?» so schwer, dass er querschnittsgelähmt blieb. Gottschalk erklärte ein paar Wochen später seinen Rücktritt, den er Ende 2011 vollzog.

RTL hatte 20 Minuten extra für den überziehfreudigen Showmaster eingeplant. «Ich will den Leuten den Gottschalk geben, der ihnen ans Herz gewachsen ist. Dann sind mir Marktanteile und Zielgruppen egal. Ich marschiere nicht runderneuert ein», verriet er der «Bild». Auch klamottentechnisch lässt er sich weiterhin nicht reinreden: «Das bleibt meine Sache. Ich werde nicht in Sack und Asche einlaufen.»