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Montag
04.11.2019

Medien / Publizistik

Der deutsche Verlag Gruner+Jahr ist punkto Werbung und Trends quasi «Sixt» in der Branche.

Nicht so brillant wie die Werbung von «Sixt», der Klein Report erinnert an «Lieber Herr Draghi, bei diesen Summen fällt selbst uns nix mehr ein», aber punkto Trends.

Zu Zeiten von Influencerinnen und Personality-Shows hat Gruner+Jahr 2015 sein bisher erfolgreichstes Frauenmagazin lanciert: «BARBARA» – benannt nach der Moderatorin Barbara Schöneberger, die dieses - «kein normales Frauenmagazin» (Eigenwerbung) - sehr normal mit klassischen Werbeanzeigen finanziert.

Dass dieses Konzept bei Männern nicht zieht, kostete Gruner+Jahr wohl einige Millionen. So schaffte es der Netfluencer und Moderator Joko Winterscheidt JWD nicht, sein sonstiges Publikum von ganz jungen Frauen und nicht mehr so jungen Männern dazu zu bewegen, sein Magazin zu kaufen. JWD wird auf Ende Jahr eingestellt.

Auch Jérôme Boatengs Magazin «Boa» wurde sehr schnell auf einen langsameren Erscheinungsrhythmus umgestellt.

Wie clever Gruner+Jahr jedoch im Frauenmarkt agiert, indem der Verlag auf jeden Trend sofort aufspringt, zeigt das vielversprechende neue Magazin «BE GREEN», eine Extensionline der «Brigitte». Recycle-Papier, coole Bildersprache, die gehypte Margarete Stokowski als Kolumnistin und Aktivistin Luisa Neubauer (die in keiner deutschen Talk-Show mehr fehlen darf) mit dem «Tiere essen»- Bestsellerautor Jonathan Safran Froer holen jede Grün-Quote ab, die momentan Mode ist.

Der Klein Report fragt sich indessen, wie lange sich die kognitive Dissonanz zwischen «Green Fashion» und Werbeanzeigen von Billig-Textilanbietern oder Billig-Discountern halten lässt. Auffällig ist jedoch: Grün ist auch medial und punkto Werbung die Trendfarbe.