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Mittwoch
09.06.2021

Vermarktung

Das Geschäft mit immer mehr Hauslieferungen boomt. Beim Personal ist die Entwicklung noch nicht angekommen... (Bild: Die Post)

Die Eidgenössische Postkommission (PostCom) stellt wegen dem pandemiebedingt veränderten Konsumverhalten eine markante Umsatzsteigerung im schweizerischen Postmarkt fest.

Die Angestellten in der Branche jedoch leiden unter den gesteigerten Paketvolumen. «Sie bezahlen den Preis mit vielen Überstunden und tiefen Löhnen», schreibt Syndicom in einer Mitteilung. Die Gewerkschaft fordert deshalb «mehr Regulierung und Kontrolle im Postmarkt».

PostCom bestätigt ein Umsatzwachstum von über dreissig Prozent allein bei den Paketen der Grundversorgung. Die Pandemie habe einen langfristigen Trend noch massiv beschleunigt. «Und so herrscht ein kompetitiver Markt, wo zum Nulltarif geliefert und zurückgesendet wird», kritisiert Syndicom.

David Roth, Zentralsekretär des Sektors Logistik von Syndicom, schätzt die Lage bedrohlich ein: «Die hohen Paketvolumen haben die Arbeitnehmenden übermässig belastet. Und die Löhne der Angestellten sind tief. Gerade bei den privaten Postdienstleistern und deren Subunternehmen, aber auch bei den Subunternehmen der Post, sind die Angestellten schlecht geschützt. Das muss sich ändern.»

Entsprechend erwarte Syndicom, dass die PostCom bei der nächsten Überprüfung die für die Branche verordneten Arbeitsbedingungen verbessert. Dafür soll der Markt segmentiert und der Mindestlohn von 18,27 Franken angehoben werden. Syndicom begrüsst zudem die eingeschlagene Richtung, wonach die PostCom beabsichtigt, dem unkontrollierten Subunternehmertum in der Logistikbranche verstärkt Beachtung zu schenken.

David Roth dazu: «Die Vorgaben des Bundes sind lasch und erlauben Scheinlösungen wie den Hausservice, um den Kriterien zu entsprechen. Es ist an der Politik, die Erreichbarkeit der Postdienste zu verbessern, damit weiterhin ein Service public gewährleitet wird, der seinen Namen verdient.»

Syndicom wird sich weiter für eine Stärkung der postalischen Grundversorgung engagieren. Dazu gehört auch, dass die Einheit des Postkonzerns garantiert ist. Eine Privatisierung von PostFinance würde Synergien eliminieren und hätte einen massiven Abbau in der Grundversorgung zur Folge.