Content:

Montag
24.08.2020

TV / Radio

«In der Konzession steht explizit, dass wir Inhalte für junge Menschen anbieten müssen», sagte Wappler dem «SonntagsBlick» (Bild: ©SRF)...

Mit dem am Donnerstag angekündigten Umbauprojekt «SRF 2024» will das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) digitaler werden und mehr Junge erreichen. In einem Interview mit dem «SonntagsBlick» verteidigte SRF-Direktorin Nathalie Wappler den eingeschlagenen Weg.

Mehr digitale Präsenz, eine überarbeitete News-App und weitere Ankündigungen sollen das SRF fit für die Zukunft machen. Doch für den erhofften Zuwachs von jungen Zuschauern müssen auch Abstriche im linearen Angebot gemacht werden. So verzichtet der Sender zum Beispiel auf «Viva Volksmusik», «Sportaktuell» oder das beliebte Wirtschaftsmagazin «Eco».

Dazu wollten die beiden «SonntagsBlick»-Journalisten Peter Padrutt und Dominik Hug von Nathalie Wappler wissen, ob SRF mit diesen Absetzungen nicht jene Zuschauer verärgere, die sich für die Billag starkgemacht haben? «Es waren vor zwei Jahren die Jungen, die ‚No Billag‘ am deutlichsten abgelehnt hatten», entgegnete Wappler im Interview.

Das SRF habe den Auftrag, ein Angebot für alle Menschen in der Deutschschweiz zu machen, «schliesslich zahlen auch alle Gebühren», so die Direktorin weiter. Doch heute würde man Menschen unter 45 Jahren «deutlich schlechter» erreichen als ältere. «Deshalb planen wir neue, digitale Inhalte für die Jungen».

Gemäss Wappler sei die «digitale Transformation» nur zu schaffen, wenn das SRF im linearen Programm auf Inhalte verzichte und diese Mittel ins Digitale «umlagern» könne. Aus diesen Gründen wird auch auf die Ausstrahlung der «Swiss Music Awards» verzichtet, wie es im Interview, das ansonsten nicht viel Neues beinhaltete, nachzulesen ist.

Mit «SRF 2024» expandiert das Schweizer Radio und Fernsehen auf Instagram und Youtube, wo drei neue Musikkanäle ein Zuhause finden sollen.

Auf die Frage des «SonntagsBlicks», ob dies noch zum Auftrag der SRG gehöre, antwortete Wappler: «Ja. In der Konzession steht explizit, dass wir Inhalte für junge Menschen anbieten müssen und diese über die Kanäle verbreiten sollen, auf denen sich die Jungen bewegen.»

Bemerkenswerterweise wird im Interview keine einzige Frage zur Vermarktungsorganisation Admeira gestellt, welche die SRG-Sender vermarktet und seit dem 1. März im Besitz des Medienkonzerns Ringier ist, der unter anderem den «SonntagsBlick» herausgibt.

Zur Erinnerung: Nach dem Kollaps des Vermarktungskonstrukts stellte Medienministerin Simonetta Sommaruga aus der Hüfte geschossen 50 Millionen Franken für die SRG bereit - und da war Corona noch in weiter Ferne.

Und dies, obwohl es sich mehrheitlich um Managementfehler gehandelt hatte, die unter anderem noch von Wapplers Vorgänger Ruedi Matter und Roger de Weck zu verantworten sind.