Content:

Donnerstag
31.10.2019

Medien / Publizistik

Die Medienministerin habe der Branche mit ihrem Medienförderungspaket Hoffnung gegeben...

Die Medienmanagerin des Jahres ist keine Unternehmerin aus der Privatwirtschaft, sondern die höchste medienpolitische Drahtzieherin des Landes. Die Wahl von Simonetta Sommaruga hat «vor allem Symbolkraft», begründete der «Schweizer Journalist».

«Eigentlich sollte der Medienmanager oder die Medienmanagerin des Jahres vor allem etwas für den Journalismus getan haben», erklärte Chefredaktor David Sieber am Mittwoch auf Nachfrage des Klein Reports. Insofern sei der Jury-Entscheid auch aus einem gewissen Mangel an Alternativen auf die Medienministerin höchstpersönlich gefallen, resümierte er über die doch etwas seltsame Wahl.

Neben Sieber gehörten auch Johann Oberauer, Verleger des «Schweizer Journalist», Andreas Durisch, Andrea Bleicher, Esther Girsberger, Dennis Bühler und Vinzenz Wyss zum Wahlgremium. Lange hätten sie über die Optionen für den Medienmanager des Jahres diskutiert, so David Sieber gegenüber dem Klein Report.

Im Rennen waren noch SRF-Direktorin Nathalie Wappler, Kaspar Surber von der «WOZ – Die Wochenzeitung», Martina Gammeter, Verlegerin der «Engadiner Post», Bernhard Ott, Verleger der «Schaffhauser AZ» sowie Pietro Supino, Verleger der Tamedia.

«Wir sind die ganze Liste durchgegangen, so richtig zu überzeugen vermochte niemand», sagte Sieber. «Irgendwann wurde Simonetta Sommaruga genannt. Sie ist natürlich keine Medienmanagerin, aber sie hat der Branche mit ihrem Medienförderungspaket Hoffnung gegeben. Die neue Politik zu Ende gedacht, macht sie das zur staatlichen Verlegerin.»

Dass Simonetta Sommaruga zur Verlegerin oder Medienmanagerin des Jahres gewählt wird, ist Ironie pur: Sie selber betonte stets, dass sie grossen Wert auf die Trennung von Staat und Medien lege. Doch genau diese Trennlinie verwässert immer mehr, wie ihre Wahl zeigt.

Bundesrätin Sommaruga selber wollte sich gemäss «Schweizer Journalist» nicht zu ihrer Wahl äussern, durfte hingegen exklusiv auf zwei Seiten ausführen, weshalb es eine staatliche Medienförderung brauche.