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Mittwoch
28.11.2018

Vermarktung

B2B: Werbetreibende wählen Titel selber

Seit dem Publicitas-Konkurs versuchen kleinere Vermarkter die Lücke im Inseratemarkt für sich zu nutzen. So zum Beispiel die Firma Rubmedia, die ein neues B2B-Werbekombi für Fachzeitschriften lanciert hat.

Der Berner Kleinverlag und Werbevermarkter sieht seine Chance «nicht im Vermittler-Geschäft», das Publicitas hauptsächlich praktiziert habe, sagte Roger Hauser, Leiter Anzeigenmarketing und Verkauf, im Gespräch mit dem Klein Report. «Wir verstehen uns als Vermarkter, der die Nähe zu Kunden, Herausgebern und Agenturen pflegt und lebt.» 

Durch neue Vermarktungsmandate seien seit 2016 insgesamt drei Mitarbeiter dazugekommen, so Hauser. Zurzeit beschäftigt der Rubmedia-Zeitschriftenverlag 18 Mitarbeitende, davon 14 in der Vermarktung. Beim Gesamtunternehmen sind es 40 Personen.

Auf die Folgekosten des Publicitas-Konkurses angesprochen, sagte Roger Hauser: «Wir und ein Teil unserer Herausgeber haben Geld verloren.» Die Print-Werbebranche insgesamt habe noch mehr gelitten. «Es ist davon auszugehen, dass durch den Publicitas-Konkurs auch Werbegelder von Print in andere Kanäle abgewandert sind.»

Zum Glück sei Rubmedia laut Hauser «nicht so sehr vom Vermittler-Geschäft abhängig», weil man viele regionale und lokale Titel vermarkte, wo man selber die Beziehungen zu den Kunden pflege. Und bei den nationalen Zeitschriften sei der Anteil an Vermittlungsaufträgen nicht hoch. «Wir arbeiteten bereits vor dem Publicitas-Konkurs eng mit Agenturen zusammen. Dies hilft uns jetzt, indem wir diese Beziehungen nicht von Grund auf aufbauen müssen.»

Zuletzt hat Rubmedia mit www.b2b-kombi.ch ein neues Werbekombi lanciert. Es umfasst zurzeit die acht Fachzeitschriften «alimenta», «Ciclinfo», «Der Gemüsebau», «g´plus», «haptik.ch», «Schreiner Zeitung», «Der Treuhandexperte» sowie das «Journal Coiffure Suisse», das bis zum Konkurs von der P vermarktet worden war. Den Vorteil des B2B-Modells sieht Roger Hauser darin, dass die Werbetreibenden respektive die Agenturen die Titel selber zusammenstellen können. «Wir schreiben niemandem vor, welche Titel zu belegen sind.»

Rubmedia wolle mit dem neuen Werbekombi die Fachmedien im Media-Mix insgesamt stärken. Der Markt für Fachzeitschriften sei «stark fragmentiert», es gebe «unzählige Herausgeber und Ansprechpersonen». Das Angebot für andere Gattungen zu öffnen, sei jedoch «nicht angedacht», so Hauser zum Klein Report. «Wir wollen mit Fachmedien wachsen und weitere Branchen ins Angebot nehmen.»

Anfang 2016 hatte das Berner Familienunternehmen das Inseratebuchungs-Portal www.inserat.media für das lokale Anzeigengeschäft gestartet. Damit sollte die «Hemmschwelle für Inserenten mit kleinem Budget» gesenkt werden, wie Geschäftsführer Pascal Rub damals dem Klein Report sagte. «Wer sein Inserat selbst online gestaltet und platziert, spart den Grafiker und den Vermittler», sagte Rub zum Geschäftsmodell des Portals.