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Montag
8.2.2016

Medien / Publizistik

Publicitas und Tamedia haben im vergangenen Jahr neue Onlineschalter für Inseratebuchungen in Betrieb genommen. Der Berner Kleinverlag Rub Media hat sich «die Grossen vorgeknöpft» und ein Pendant für die Lokalpresse lanciert. Doch kann die bequeme Buchung via Web dem überwältigenden Inserateschwund überhaupt etwas entgegenhalten?

«Die Verlagerung der Inseratebudgets, weg vom Print, wird das Portal nicht aufhalten können», relativierte Initiator und Geschäftsführer Pascal Rub am Mittwochnachmittag gegenüber dem Klein Report. «Wir senken aber die ’Hemmschwelle’ für Inserenten mit kleinen Budgets. Wer sein Inserat selbst online gestaltet/platziert, spart den Grafiker/Vermittler und kann so mehr vom Werbebudget in Inserateplatz investieren.»

Zudem werde in den nächsten Wochen auch die Gestaltung und Buchung von Online-Werbung über das Portal möglich sein. «Anstelle eines druckfertigen PDF werden Bilddaten für die Platzierung auf Webportalen, Blogs und in Newslettern ausgegeben – zum Beispiel für die Platzierung in unserem kürzlich lancierten Hyperlokal-Gefäss www.quartiermail.ch.»

Zurzeit sind auf dem Buchungsportal unter www.inserat.media nur die Titel des Rub- Media-Verlags selber zu finden. Es werde aber sukzessive «für weitere Verlage freigeschaltet», so Rub. «Zusagen haben wir von der ’BümplizWoche’ (Verleger Heinz Gander) und vom ’Anzeiger für das Nordquartier’ (Verleger Claudio A. Engeloch). Weitere Verlage werden wir in den nächsten Wochen angehen.»

Das Buchungsportal sei «zu 100 Prozent von Rub Media entwickelt und finanziert» worden, unterstrich Rub. «Die Idee war meine und Rub Media trägt die entsprechenden Risiken und die Fixkosten. Verlage, die ihre Titel über das Portal buchbar machen wollen, bezahlen lediglich eine zu verhandelnde Provision. Das heisst, sie partizipieren an den Portalkosten nur bei erfolgreichen Buchungen.»

«Auch für Kleinstunternehmer ohne viel Erfahrung mit Inseraten» ist das Portal einfach zu bedienen. Zudem sei es buchbar über Mobile-Devices - «erstaunlich, dass das im 2016 immer noch ein Argument ist», so Rub weiter. Der Onlineschalter sei «offen für unabhängige Verlage, ohne die gewohnt strengen Exklusivverträge (P) oder Konzernzugehörigkeit (TA)». Rub sieht sich als «David gegen Goliath».

Im Frühling hatten sich die vier Berner Kleinverlage Rub Media AG, Bümpliz Woche, Anzeiger für das Nordquartier und Bantiger Post zum Inseratekombi «Pool Bern Lokal» zusammengeschlossen. Die Verleger wollten die Vorteile von Quartier- und Dorfpresse, die Nähe zum Gewerbe vor Ort, mit dem Komfort eines zentralen Buchungsschalter verbinden.