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Mittwoch
17.5.2017

Medien / Publizistik

Flubacher: «furchtlose Wirtschaftsjournalistin»

Die «Tages-Anzeiger»-Wirtschaftsjournalistin Rita Flubacher ist für ihr Gesamtwerk mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet worden. Für besonders gelungene Einzelarbeiten konnten an der Feier am Dienstag im Kaufleuten in Zürich NZZ-Reporterin Anja Jardine, WOZ-Redaktor Daniel Ryser und «Annabelle»-Redaktorin Claudia Senn den mit je 10 000 Franken dotierten Preis entgegennehmen.

Die 1951 geborene Redaktorin sei «die vermutlich furchtloseste Wirtschaftsjournalistin weit und breit», sagte Jürg Ramspeck, auch als Stellvertreter Goethes in der Schweiz bekannt, in seiner Laudatio über Rita Flubacher. Als die Journalistin bei der «Weltwoche» gearbeitet hat, wo Ramspeck Chefredaktor war, habe sich Flubacher nicht gescheut, gegen die Hausbank des Verlegers zu schreiben.

Über diesen Verleger, Werner K. Rey, habe sie auch ein Buch geschrieben, das zur «brillanten, messerscharfen Abrechnung mit Hybris und Spiegelfechterei in der Finanzwirtschaft» geraten sei. Rita Flubacher hat sich ausgezeichnet als «eine genaue Rechercheurin, die es versteht, dem Publikum in einfacher Sprache wirtschaftliche Zusammenhänge und das Handeln der Exponenten verständlich zu machen».

Mit dem Artikel «Blick in den Maschinenraum» ist Anja Jardine von der «Neuen Zürcher Zeitung» nach Ansicht der Jury ein «berührender Text über sich und ihre Familie» gelungen, der ihre Erinnerungen «nüchtern, zuweilen lakonisch, aber immer sehr präzis» weitergibt. 

Daniel Ryser, Redaktor bei der Zeitung «Die Wochenzeitung» (WOZ), hat die Jury mit einer Recherche über den Werdegang des Schweizer Islamisten Qaasim Illi überzeugt. Illi werde mit grosser Erzählkunst enthüllt, hiess es in der Laudatio. Und «Annabelle»-Redaktorin Claudia Senn hat «mit Empathie, Unvoreingenommenheit und Akribie» die Geschichte einer Frau erzählt, die ihr Kind entführte und deswegen ins Gefängnis musste.

Die Festansprache von Miriam Meckel stand ganz Strom der Fakten-Debatte. Die Herausgeberin der «Wirschaftswoche» und Professorin für Medien und Kommunikationsmanagement an der Uni St. Gallen sprach über «Postfaktischen Bullshit» und «journalistische Qualität in der digitalen Welt».

In der von Hannes Britschgi (Ringier) geleitete Jury sitzen Susan Boos («Wochenzeitung»), Alain Zucker («NZZ am Sonntag»), Lisa Feldmann («L’Officiel») und Hansi Voigt (ehemals Watson und «20 Minuten»).