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Dienstag
12.11.2019

Medien / Publizistik

Stefan Regez, Co-Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten»: «Die Idee ist, über die Sprachgrenze hinweg enger mit unseren welschen Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten und Synergien zu nutzen»...

Bei der «Schweizer Illustrierten» und «L’illustré» werde es durch die verstärkte Zusammenarbeit der beiden Titel zu keinem Stellenabbau kommen, sagt Stefan Regez, Leiter Publikumszeitschriften bei Ringier Axel Springer Schweiz und Co-Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten» (SI).

Im Interview mit dem Klein Report erklärt Regez die Gründe, weshalb die Redaktionen in Zürich und Lausanne dennoch näher zusammenrücken – beispielsweise für gemeinsame Interviews.

Was war der Auslöser für die Generalüberholung der «Schweizer Illustrierten»?
Stefan Regez: «Uns war schon länger bewusst, dass die Zeit reif ist für einen Relaunch. Die ‚Schweizer Illustrierte’ war etwas in die Jahre gekommen, deshalb hat sich eine inhaltliche und optische Generalüberholung aufgedrängt. Gleichzeitig hat auch die Idee Gestalt angenommen, über die Sprachgrenze hinweg eng mit dem Team von ‚L’illustré’ zusammenzuarbeiten, Synergien zu nutzen und die beiden ohnehin schon verwandten Zeitschriften zu richtigen Schwestern zusammenwachsen zu lassen.»

Zuletzt hat die «Schweizer Illustrierte» laut Wemf 12,5 Prozent ihrer Print-Leser verloren: Wie haben sich die Abozahlen in diesem Jahr entwickelt?
Regez: «Aktuell erreicht die Printausgabe der ‚Schweizer Illustrierten’ rund 508'000 Leserinnen und Leser in der Schweiz (MACH Basic 2019-02). Die Total Audience, also Print und Online zusammen, liegt bei 752'000 Leserinnen und Leser (Total Audience 2019-02).»

Wie wollen Sie die wegbrechenden Werbe- und Aboeinnahmen finanziell auffangen?
Regez: «Die ‚Schweizer Illustrierte’ hat in den letzten Jahren erfolgreich der Entwicklung im Werbe- und Abomarkt getrotzt, indem sie unter anderem diverse Special-Magazine lanciert hat. Zudem haben wir in unseren neuen Onlineauftritt investiert und da neue Erlösquellen geschaffen. Wir sind laufend dran, neue Produkte im digitalen sowie im Printbereich zu prüfen und zu entwickeln.»

Der «Serviceteil» der Magazine wird ausgebaut: Welche Rolle spielen Paid Content, Sponsored Content, Native Ads etc. für die Finanzierung der Zeitschrift?
Regez: «Mit dem Ausbau des Serviceteils haben wir dem Bedürfnis unserer Abonnentinnen und Abonnenten nach mehr Services Rechnung getragen. Wir legen bei unseren Magazinen, und besonders auch online, grossen Wert auf ein gutes Storytelling bei Publireportagen und Sponsored-Content-Partnerschaften. Daran wird sich nichts ändern.»

Inhaltlich rücken «Schweizer Illustrierte» und «L’illustré» näher zusammen, Texte werden gegenseitig ausgetauscht: Welche Idee steckt dahinter?
Regez: «Die Idee ist, über die Sprachgrenze hinweg enger mit unseren welschen Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten und Synergien zu nutzen. Das bedeutet, dass wir zum Beispiel Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik auch mal um gemeinsame Interviews bitten, dabei aber unterschiedliche Beiträge veröffentlichen, um die kulturellen Besonderheiten der einzelnen Titel zu berücksichtigen.»

Um wie viele Texte wird es sich pro Ausgabe handeln, die ausgetauscht werden?
Stefan Regez: «Es gibt keine quantitative Vorgabe für den Austausch von Geschichten, deshalb wird dieser lediglich vereinzelt vorkommen.»

Wie viel wollen Sie mit dieser Sparmassnahme einsparen?
Regez: «Die intensivierte Zusammenarbeit zwischen der ‚Schweizer Illustrierten’ und ‚L’illustré’ ist keine Sparmassnahme. Im Gegenteil: Beide Magazine haben sowohl ihr Design überarbeitet als auch ihre Inhalte ausgebaut. Sowohl bei der ‚Schweizer Illustrierten’ als auch bei ‚L’illustré’ wird es durch den Relaunch zu keinem Stellenabbau kommen.»

Können Sie anhand eines Beispiels aufzeigen, wie die redaktionelle Zusammenarbeit funktionieren soll?
Stefan Regez: «Wir treffen uns quartalsweise auf Ebene der Redaktionsleitung in Lausanne oder in Zürich, um mögliche gemeinsame Themen zu besprechen. Im Weiteren haben wir redaktionsübergreifend Zugang zur jeweiligen Themenplanung. Wenn wir gemeinsam Termine wahrnehmen, zum Beispiel für Interviews mit Bundesräten oder Topshots aus der Wirtschaft, erfolgen die Zusammenarbeit und der Austausch bilateral.»