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Dienstag
05.11.2019

Werbung

Werbe-Flyer für eine App der Postfinance: Empörte Reaktionen vom Schalterpersonal...

«Ein Lächeln reicht, um mich anzumachen»: Ein anzüglicher Flyer wirbt für eine App der Postfinance. Bei den Postangestellten, die den sexuell aufgeladenen Werbeträger verteilen mussten, ist die Aktion gar nicht gut angekommen.

Ausgerechnet das vorwiegend weibliche Schalterpersonal wurde gezwungen, diesen Flyer den Kundinnen und Kunden abzugeben. «Entsprechend empörte Reaktionen der Betroffenen haben Syndicom bereits kurz nach Schalteröffnung erreicht», schreibt die Gewerkschaft am Montag.

«Solch ein sexistischer Werbesatz hat im 21. Jahrhundert nichts zu suchen und ist im Jahr des Frauenstreiks ein Hohn für all jene, welche gegen solche Strukturen ankämpfen», kritisierte Syndicom.

Die Gewerkschaft forderte deshalb einen sofortigen Stopp der Verteilaktion.

Léa Wertheimer, Leiterin Media Relations bei der Post, erklärte dem Klein Report auf Nachfrage: «Als die Reaktionen von Mitarbeitenden eingegangen sind, haben wir die Verteilaktion umgehend gestoppt. Wir bedauern, dass wir die Situation falsch eingeschätzt haben.»

Bei der Beurteilung der Flyer habe man «zu wenig berücksichtigt, wie es sich anfühlt, den Flyer zu verteilen», wurde zugegeben. «Wir verstehen, dass sich Mitarbeitende – egal ob männlich oder weiblich – dabei unwohl fühlen», sagte Léa Wertheimer.

Eine Richtlinie, die speziell sexistische Werbung verbietet, kennt die Post offenbar nicht: Gemäss den AGB «PubliPoste» ist Werbung unter anderem unzulässig, wenn sie «religiöse, pornografische oder politische Themen beinhaltet», wenn sie «unwahr, irreführend oder unlauter ist» oder wenn sie «in anderer Weise gegen gesetzliche Vorschriften verstösst».