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Montag
26.9.2016

Medien / Publizistik

Änderungen unter Feuilletonchef René Scheu

Die NZZ mag ein Qualitätsmedium sein. Das hat ein Medienqualitätsranking ergeben, das sowohl die «Neue Zürcher Zeitung» als auch die «NZZ am Sonntag» aufs Podest hob.

Bei den Lesern und Leserinnen mag diese Spitzenposition unbestritten sein. Aber auf den Redaktionen rumort es schon seit Längerem und der Unmut der Redaktoren und Redaktorinnen wird immer grösser, wie der Klein Report von Insidern gehört hat.

So hat zum Beispiel die Feuilleton-Redaktorin Barbara Villiger Heilig gekündigt. Sie war seit 1991 bei der NZZ und gilt als profilierte, vielbeachtete Kulturkritikerin.

Das ist aber nicht der einzige Abgang im Feuilleton-Ressort. Auch der Redaktor Samuel Herzog, der seit 2001 bei der NZZ ist, verlässt das Ressort. Nicht freiwillig wie Barbara Villiger Heilig, nein, Samuel Herzog wurde gekündigt.

Wie man hört, sollen beide Kündigungen mit dem gestörten Verhältnis zum Feuilleton-Chef René Scheu zusammenhängen, der erst seit Anfang Jahr Ressortchef ist.

Die NZZ bestätigt den Sachverhalt gegenüber dem Klein Report, versucht aber abzuwiegeln. Myriam Käser, Leiterin Unternehmenskommunikation der NZZ-Mediengruppe, schreibt auf Anfrage des Klein Reports: «Es ist richtig, dass Barbara Villiger Heilig und Samuel Herzog bei der NZZ nicht länger fest angestellt sein werden. Beide haben aber das Angebot, weiter regelmässig als Autoren für die NZZ zu schreiben», so Käser. «Für den Bereich Theater wird die Feuilleton-Redaktion wieder einen Redaktor oder eine Redaktorin engagieren. Der Wechsel wird in den nächsten Monaten erfolgen. Es gibt keinen besonderen Grund dafür, dass es gerade im Feuilleton zu zwei Abgängen kommt», so Käser abschliessend.

Doch nicht nur Kündigungen verunsichern die Belegschaft der NZZ zusehends. Auch von neuen, einschneidenden Sparmassnahmen ist die Rede. Myriam Käser weiter: «Wir achten grundsätzlich in der ganzen Gruppe auf ein straffes Kostenmanagement. Veränderungen in der NZZ-Redaktion sind allerdings zumeist auf Kostenverlagerungen - etwa von Print zu digital - zurückzuführen.»