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Dienstag
22.09.2020

Medien / Publizistik

Das Internet ist flüchtig. Die Zeitung landet im Altpapier. Ein eigenes Buch bekommt einen Ehrenplatz im Büchergestell. Für viele Journalistinnen und Journalisten ist die Idee deshalb immer wieder verlockend.

14 renommierte Schreibende haben nun die unfreiwillig frei gewordene Zeit während der Kurzarbeit genutzt, um gemeinsam ein Buch zu schreiben.

«Lockdown» erzählt die Schicksale und Geschichten von Menschen, die direkt mit dem Virus konfrontiert und besonders betroffen waren, manche davon gar selbst infiziert. Personen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund berichten darüber, wie sie die erste Phase der Pandemie bewältigt haben. Gestützt auf mehr als 200 Stunden an Interviews mit über 50 weiteren Beteiligten – darunter Politikerinnen und Politiker, Spitalverantwortliche, Epidemiologen oder Virologinnen – sowie vertrauliche Protokolle von 50 Krisensitzungen in Bundesbern, zeichnet «Lockdown» die sechs Monate nach, in denen die Schweiz die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg erlebte.

Alle Autorinnen und Autoren gehören zum Recherchedesk Tamedia. Thomas Knellwolf, Co-Leiter dieses Desk: «Wir wollten die historischen Monate dokumentieren, die den meisten von uns für immer in Erinnerung bleiben werden. Die gemeinsame Arbeit hat es uns ermöglicht, das ganze Land abzudecken und eine beachtliche Vielzahl von Zeugnissen zu einer Chronik der Krise zu verarbeiten.»

«Die Arbeit für das Buch fand in der zusätzlichen Freizeit während der Kurzarbeit statt», erklärt Arthur Rutishauser, Chefredaktor Tamedia, dem Klein Report auf Anfrage Mitte September. Und die Finanzierung sei Sache der Autoren gewesen, so der Journalist.

«Lockdown» erscheint im Wörterseh Verlag. Die französische Ausgabe «La première vague» wird vom Verlag Slatkine herausgegeben.