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Samstag
28.11.2020

IT / Telekom / Druck

In Freiburg wird die Gruppe weiterhin ihren administrativen Hauptsitz haben...

Die vier Druckereien der Saint-Paul-Gruppe werden in Bulle konzentriert. Dafür baut das Verlagshaus aus Freiburg 30 Stellen ab. Nicht betroffen von den Umstrukturierungen sind die Zeitungen der Gruppe.

Unter dem Dach der Media f SA unterhält die Saint-Paul-Gruppe vier Druckstandorte in Freiburg, Bulle und Estavayer-le-Lac sowie in Montreux im Kanton Waadt. Von den aktuell 85 Vollzeitstellen will die Gruppe bis Anfang 2022 rund 30 Arbeitsplätze abbauen und in Bulle konzentrieren.

Grund dafür seien einerseits grosse finanziellen Einbusse durch die Coronavirus-Pandemie und andererseits die «ohnehin schwierige Situation der grafischen Industrie», sagte Romain Glasson, Chef der Media f SA, am Donnerstag gegenüber dem Klein Report.

Bereits vor drei Jahren hat die Gruppe knapp 30 Stellen im Zuge einer kostensparenden Neuorganisation gestrichen und vier Druckereien unter einem Dach vereinigt. «Die Corona-Krise hat allerdings nun dazu geführt, dass wir unsere Strategie überdenken und anpassen müssen», so Glasson zum Klein Report.

In Bulle will die Saint-Paul-Gruppe 50 Stellen erhalten und 3 Millionen Franken in die Infrastruktur des Standortes investieren, erklärte Glasson dem Klein Report. «Dort werden wir weiterhin unsere kommerziellen Druckprodukte wie Zeitschriften, Flyer, Visitenkarten oder Briefumschläge herstellen.» Die Zeitungen der Gruppe, darunter auch «La Liberté» und «La Gruyère», werden bereits seit 2014 im Druckzentrum Bern, das zu Tamedia gehört, gedruckt.

Als Reaktion auf den Abbau fordert die Gewerkschaft Syndicom die Gruppe auf, einen «guten Sozialplan» auszuarbeiten, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die Saint-Paul-Gruppe solle ihre soziale Verantwortung als Arbeitgeberin wahrnehmen, indem «die Mehrheit der Stellen gerettet und ein guter Sozialplan unter Einbezug der Gewerkschaft verhandelt wird».

Syndicom unterstütze die Mitarbeitenden von Media f und fordere vom Unternehmen, dass die Kurzarbeitsentschädigung für die ganze gesetzliche Dauer in Anspruch genommen werde, um «möglichst viele Stellen» zu retten. Weiter sollen alle Möglichkeiten geprüft werden, um Entlassungen zu vermeiden.

Auf Nachfrage des Klein Reports sagte Romain Glasson, dass Verhandlungen mit der Belegschaft aufgenommen werden. «Wir versuchen so viele Stellen wie möglich durch natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen abzubauen.» Allerdings könne man Entlassungen nicht vermeiden. Wie viele das genau sein werden, könne Glasson momentan nicht sagen.