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Donnerstag
07.11.2019

TV / Radio

«Green Filming»: Crewmitglieder sollen künftig mit dem öffentlichen Verkehr zum Dreh...

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) will bei den Eigenproduktionen mehr in Richtung «Green Filming» steuern. Pläne für eine Reduktion des CO2-Ausstosses in anderen SRF-Bereichen gibt es laut Urs Fitze, Leiter Fiktion, noch nicht.

«Wir haben gemeinsam mit der Organisation Myclimate eine frühere ‘Tatort’-Produktion analysiert und dabei festgestellt, dass bei dieser Produktion 38 Tonnen CO2 ausgestossen wurden», sagte Urs Fitze am Mittwoch gegenüber dem Klein Report. 

38 Tonnen CO2, das ist so viel, wie gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Umwelt im Durchschnitt 8,4 Schweizerinnen und Schweizer im Laufe eines Jahres in die Atmosphäre ablassen.

Im Vergleich zu ähnlichen Filmproduktionen in Deutschland sei der analysierte «Tatort»-Dreh «im unteren Drittel» angesiedelt, so Fitze weiter. «Aufgrund der Analyse wollen wir nun aber auch Massnahmen ergreifen und schauen, wie wir in Zukunft noch ökologischer produzieren können.»

Um wie viel SRF den CO2-Fussabdruck der künftigen «Tatort»-Produktionen verkleinern will, konnte der Fiktions-Chef nicht sagen. Erst würden nun weitere Produktionen analysiert, bevor konkrete Ziele gesteckt werden. Auch zum geschätzten Einsparpotenzial bei SRF insgesamt konnte Fitze nichts sagen.

Um den neuen Zürcher «Tatort» grüner zu produzieren, sollen zum Beispiel die Crewmitglieder künftig mit dem öffentlichen Verkehr anreisen. «Es werden dafür keine zusätzlichen Transportfahrzeuge mehr angeboten.» 

Und für die Übernachtungen wähle SRF Hotels aufgrund ihres ökologischen Fussabdrucks aus. «Wir werden nur noch wiederverwendbare Flaschen und Tassen auf dem Set haben. Die Flüge für die Produktion werden auf ein Minimum beschränkt, das Catering auf dem Set wird vegetarisch sein», zählt Urs Fitze auf. 

Die «Tatort»-Produktion werde «hoffentlich» Vorbildcharakter haben. «Da der ‘Tatort’ eine Auftragsproduktion ist, konnten wir uns die Auflagen selber machen, müssen aber auch die anfänglichen Mehrkosten selber tragen. Bei Koproduktionen sind wir auf die Unterstützung der beteiligten Produktionsfirmen angewiesen.» Die Bereitschaft, sich für eine nachhaltigere Filmproduktion einzusetzen, ist laut Fitze «überall sehr gross».

Darauf angesprochen, ob die Erkenntnisse und Massnahmen zur CO2-Reduktion bei den Eigenproduktionen auch auf andere SRF-Bereiche übertragen werden, meinte Urs Fitze gegenüber dem Klein Report: «Dazu gibt es meines Wissens noch keine konkreten Pläne.»