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Montag
22.07.2019

Medien / Publizistik

Lichtschimmer: E-Paper legen um 17% zu

Die Verkaufszahlen der deutschen Tageszeitungen sinken weiter, wenn auch etwas langsamer als bisher. Bei den Wochenzeitungen verschärft sich der Rückgang. Ein Hoffnungsschimmer sind die Digital-Abos, die laut den neuen IVW-Zahlen in allen Gattungen zulegen.

Fast 10 Prozent verliert die «Bild»: Springers Leitblatt konnte im zweiten Quartal 2019 über 144'000 Exemplare weniger via Einzelverkauf und Abos verkaufen als im Vergleichszeitraum im Vorjahr. Trotz dem Sinkflug bleibt die «Bild» mit 1,305 Millionen verkauften Exemplaren die unangefochtene Nummer 1 der deutschen Presse.

Noch stärker eingebüsst hat die «Welt», wie aus der am Freitag publizierten Statistik der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW) weiter hervorgeht. Der ebenfalls zum Springer-Verlag gehörende Titel, der im Deal mit dem Investor KKR keine Bestandsgarantie erhalten soll, verlor sogar 14,2 Prozent und konnte noch gut 71'000 Einzelverkäufe und Abos erzielen.

Recht stabil blieb dagegen die zweitplatzierte «Süddeutsche Zeitung», die mit gut 284'000 verkauften Exemplaren nur 1,3 Prozent weniger absetzen konnte. Hier stiegen die E-Paper-Abos von rund 43'000 auf über 52'000 und machten damit die rückläufigen Print-Verkäufe praktisch wett.

Nur wenig verlor auch die «taz» mit 1,3 Prozent Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr, dies bei Einzel- und Abo-Verkäufe von gut 42'000 Exemplaren. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» erzielte mit knapp 194'000 Verkäufen ein Minus von 2,6 Prozent, 2,4 Prozent verlor das «Handelsblatt» mit neu rund 88'000 Exemplaren.

Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen verlor die «Bild am Sonntag» 9,8 Prozent, die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» 4,3 Prozent, die «Welt am Sonntag» 3,3 Prozent. Nur 185 weniger verkaufte Exemplare wurden bei der «Zeit» gezählt. Hier stiegen die Digital-Abos gegenüber dem Vorjahr von 51'000 auf fast 65'000, dies bei insgesamt 409'000 Einzel- und Abo-Verkäufen.

Unter dem Strich schwächte sich der Rückgang bei den Tageszeitungen einschliesslich der Sonntagszeitungen im zweiten Quartal 2019 etwas ab; gegenüber dem Vorquartal verloren sie weniger als 1 Prozent. Verstärkt hat sich der Auflagenrückgang dagegen bei den Wochenzeitungen, die um über 4,5 Prozent einbüssten. 

Ein Lichtschimmer sind die Digital-Abos: «Für die Verkäufe der E-Paper-Ausgaben von Presseerzeugnissen sind in allen Printgattungen weiterhin zweistellige Zuwachsraten festzustellen», kommentiert die IVW ihre neuste Statistik.

Bei den Tageszeitungen legten die E-Paper gegenüber dem Vorjahr um rund 17 Prozent auf total 1,50 Millionen Stück zu.