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Sonntag
24.03.2019

Medien / Publizistik

Vertrags-Details werden neu ausgehandelt

Zähes Ringen um Abgangsentschädigungen: Einschneidende Sparmassnahmen haben bei der «Annabelle» 14 Kündigungen zur Folge. Nun verhandeln Tamedia und das betroffene Personal darüber, ob neben den Festangestellten auch regelmässige Freie einen Anspruch auf Leistungen aus dem Sozialplan haben.

«Die ersten Kündigungen wurden bereits Ende Februar ausgesprochen, mit Ablauf der Kündigungsfrist per Ende Mai», so Idris Djelid, Regionalsekretär Sektor Medien der Gewerkschaft Syndicom, auf Nachfrage des Klein Reports zum aktuellen Stand.

In einer ersten Welle haben elf Personen die Kündigung erhalten, primär aus den Bereichen Fotostudio, Bildredaktion und Grafik, aber auch Reporterinnen und Reporter. Die weiteren Kündigungen sollen bis Ende Mai ausgesprochen werden, erklärte Djelid.

Am runden Tisch ringen Personalkommission (PeKo) und Tamedia seit Wochen um die Abfederungsmassnahmen für die Betroffenen. Einigung besteht unterdessen in puncto Sozialplan: Hier komme das gleiche Modell wie jüngst bei den Tamedia Editorial Services (TES) zur Anwendung, sagte der Gewerkschafts-Sekretär.

«Neben Abgangsentschädigungen von einem bis zu fünf Monatslöhnen – je nach Alter und Dienstalter – gibt es analog zum TES-Sozialplan Leistungen für Umschulung und Weiterbildung sowie Leistungen bei Härtefällen.» Für Umschulung und Weiterbildung gibt es 5000 Franken, für Personen ab 50 Jahren 10´000 Franken.

Einen Verhandlungserfolg verbuchte die PeKo für die Bildredaktion. Dort fällt der Abbau geringer aus, als ursprünglich vom Medienhaus geplant wurde. Die bisherigen 260 Stellenprozente sollen nun nicht auf 80, sondern auf 120 Stellenprozente reduziert werden, führte Idris Djelid dazu aus.

Noch nicht spruchreif ist hingegen ein weiterer Verhandlungspunkt. So streiten Tamedia und das Personal darüber, ob auch die regelmässigen Freien der «Annabelle» Anspruch auf Leistungen aus dem Sozialplan haben. Nach Einschätzung von Syndicom wäre eine Ungleichbehandlung zwischen Festangestellten und festen Freien rechtlich unzulässig.

Im Laufe der zähen Verhandlungen hat sich für viele der Gekündigten zudem eine unerwartete Perspektive eröffnet: Ihnen wird von Tamedia angeboten, auch nach Ablauf der Kündigungsfrist für die «Annabelle» tätig zu sein – und zwar als freischaffende Mitarbeiter der Frauenzeitschrift.

«Auch wenn ihr Pensum oft wesentlich reduziert wird, nehmen sie dieses Angebot notgedrungen an», sagte der Syndicom-Generalsekretär dem Klein Report über die zum Teil schwierigen Zukunftsaussichten der Betroffenen.