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Mittwoch
30.01.2019

Medien / Publizistik

Reaktion auf massiven Einnahmenrückgang

Hiobsbotschaft aus dem Hause Tamedia: Wegen «massiv sinkenden Werbeeinnahmen» wird das Redaktionsmodell der «Annabelle» bis Sommer 2019 komplett umgestellt. Die Sparmassnahmen haben 14 Kündigungen zur Folge.

«Die ´Annabelle` wird künftig vermehrt Leistungen von externen Lieferanten und freischaffenden Journalisten beziehen und den Fokus stärker auf Partnerschaften mit anderen Titeln legen», schreibt Tamedia am Dienstag zu den tiefgreifenden Massnahmen.

Neben der Zusammenarbeit mit freien Journalisten, Agenturen oder Buchverlagen kämen auch PR-Kooperationen in Frage, «wenn ein Mehrwert für die Leserinnen gegeben ist», heisst es auf Nachfrage des Klein Reports.

Die Zeitschrift und das Onlineportal werden künftig von einer gemeinsamen Redaktion bespielt. Zudem hat sich Chefredaktorin Silvia Binggeli entschieden, ihre Funktion «nach erfolgreicher Umstellung des neuen Redaktionsmodells» im Sommer 2019 abzugeben.

Vorbehaltlich der gesetzlichen Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmer seien Mitarbeitende aus allen Ressorts, der Grafik und der Bildredaktion «etwa im gleichen Ausmass» vom Stellenabbau betroffen, sagte Eliane Loum, Medienverantwortliche Unternehmenskommunikation Tamedia, dem Klein Report.

Derzeit sind bei der «Annabelle» 39 Personen angestellt. Seit mehreren Jahren schliesse die Frauenzeitschrift mit Verlust ab, so Loum. Laut Media Focus verzeichnet der Bruttowerbedruck seit 2013 im Segment der Frauen- und Peoplezeitschriften einen Rückgang um mehr als 50 Prozent, davon 21 Prozent allein 2018.

Auch die Einnahmen aus dem Lesermarkt der «Annabelle» sind rückläufig. Die verbreitete Auflage ging in den letzten sechs Jahren von 71`200 auf 39`700 zurück, die Zahl der Abos von 44`000 auf 28`000. «Detaillierte Zahlen zu den Einnahmen geben wir nicht bekannt», heisst es auf Nachfrage des Klein Reports.

Mediensprecherin Eliane Loum zur Frage, wie die «Annabelle» wieder mehr Einnahmen generieren könnte: «Die Entwicklung im Werbemarkt ist dramatisch und kaum umkehrbar. Mit dem angekündigten Schritt wollen wir die `Annabelle´ auf eine solide Basis stellen, damit sie auch in den nächsten Jahren erfolgreich weiterbestehen und sich den neuen Bedürfnissen der Leserinnen sowie des Werbemarkts anpassen kann.»