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Donnerstag
8.9.2016

Medien / Publizistik

People-Journalisten sind manchmal fasziniert von den Menschen, über die sie schreiben. Helmut-Maria Glogger war fasziniert von Udo Jürgens. Es war eine Art Hassliebe. Man konnte nicht mit HMG zusammen sein, ohne dass er von Udo Jürgens sprach. Der Journalist schrieb Bücher über den Musiker, die beiden kannten sich seit einer Ewigkeit, in Zeiten, als HMG noch für «Bunte» arbeitete, haben sie wohl viele Nächte durchgefeiert.

Hildegard Schwaninger, Freundin und gute Kollegin von Helmut-Maria Glogger, erinnert sich und berichtet für den Klein Report von den Trauerfeierlichkeiten am Mittwoch.

Ende August ist HMG gestorben. So schnell und unverhofft wie Udo Jürgens. Er ist in seiner Wohnung im Zürcher Seefeld gestürzt, und wurde tot gefunden. Die Hauswartin, die Wäsche vor die Tür gestellt hatte und sie nach zwei Tagen unberührt wiederfand, hörte den Hund winseln - und rief die Polizei.

Helmut-Maria Glogger war ein begnadeter Boulevard-Journalist. Wie er als Redaktor des «Blick» den Tod von Prinzessin Diana, die 1-A-Boulevard-Story, aufbereitete (die Tragödie erkennend, mit Respekt vor der Verstorbenen, und dennoch die Sensationslust der Leser befriedigend), war meisterhaft. Dass er, der begeisterte Klarinettenspieler, Literaturliebhaber und Musikfreund, oft lieber auf der Kulturseite zu Wort gekommen wäre, steht auf einem anderen Blatt. HMG war ein kreativer Kopf, ein anregender Kollege, ein universal gebildeter Mensch.

Am Mittwochnachmittag war die Verabschiedung auf dem Friedhof Enzenbühl. Marcel von Holzen, der katholische Pfarrer vom Seefeld, zelebrierte die Feier. Die Familie Gloggers war da, seine Frau Karola, Claudia, Tochter aus einer ersten Ehe, die Söhne Steven, Noah und Tochter Fleur. Letztere drei sprachen berührend über ihren Vater.

Mehrere Kränze schmückten die Kirche, einer vom Ringier-Verlag, einer von seinen Kollegen von der «Glückspost», wo Glogger mehrere Jahre Chefredaktor war. Viele Kollegen von der «Glückspost» waren unter den Trauergästen, Beatrice Zollinger, seine Nachfolgerin als Chefin, sowie H. Elias Fröhlich, Autor und Wein-Journalist.

Vom Ringier-Verlag sah man Edi Estermann, von «Glanz & Gloria» Paola Biason und Janine Urech. Man sah den Publizisten Karl Lüönd (arbeitet zurzeit an einem Buch über Denner-Gründer Karl Schweri), die Journalistin Ursula Litmanowitsch (rasende Reporterin von «inside Zürich»), Roger Schawinski, die Fotografen Willy Spiller und Rolf Edelmann, «DU»-Herausgeber Oliver Prange.

Helmut-Maria Glogger hatte immer Freude an schönen Frauen, und so sah man ein paar: Hotel-Guide-TV-Unternehmerin Silvia Affolter, Sandra Schunck, die Yogalehrerin, die auch «Elegance Coaching» macht, und Elisbabeth, die Schwedin aus Göteborg, die seine letzte Freundin war (die beiden planten gerade eine Reise nach Norwegen).

Matthias Ackeret hielt eine Laudatio auf seinen Freund und Kollegen, der wie Ackeret sagte, «seinem grossen Vorbild Ernest Hemingway immer ähnlicher wurde». Glogger sei «schnell, neugierig und eigenständig» gewesen und, wie er witzig formulierte: «`Blick` war dabei  aber Helmut-Maria war noch näher». Kurz: Es war der Abschied von einem Vollblutjournalisten, dessen Charme, Witz und Schreibkunst viele vermissen werden.

Der Priester gab den Segen, die Orgel spielte «My Way», und dann ging man, 400 Meter vom Friedhof entfernt, zu Nicole Bernet von «Angelsfood» (gibt einmal in der Woche, jeden Dienstag, auf Radio 1 eines ihrer Rezepte preis). In dem Private-Dining-Ambiente mit Blick auf den Zürichsee fand ein kleiner Empfang statt. Man erinnerte sich an Helmut-Maria Glogger, lachte über Anekdoten und freute sich, dass die Sonne schien und der Himmel hellblau war. Ohne eine einzige Wolke.

Und Helmut-Maria Gloggers geliebter Hund Snow hat wieder ein Plätzchen gefunden. Im Tierheim Surber, wo Glogger ihn gefunden hat. Frau Surber kam auch an die Abdankung.