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Donnerstag
20.4.2017

Medien / Publizistik

NZZ.at, das digitale Bezahlprodukt der NZZ für Österreich, ist am Ende: Bereits im März 2016 mussten neun Mitarbeitende gehen. Nun schreibt die NZZ-Mediengruppe den österreichischen Digitaltitel Ende April komplett ab.

Das im Januar 2015 als «erstes neues Produkt», das die Gruppe nach Verabschiedung ihrer Strategie mit Fokus auf Publizistik auf den Markt brachte, «hat seine Ziele nicht erreicht», musste das Medienunternehmen am Mittwoch eingestehen.

NZZ.at galt als «Lernfeld» für das NZZ-Stammhaus und diente als Initialzündung für eine Reihe weiterer Print- und Digitalprodukte. «Wir haben das Produkt mehrmals weiterentwickelt, dennoch blieb es hinter unseren Erwartungen», zieht NZZ-CEO Veit Dengler nun endgültig einen Schlussstrich.

Der Entscheid führe dazu, dass bis im September fünf Mitarbeitende von NZZ.at gekündigt werden. «Die NZZ-Mediengruppe unterstützt sie in diesem Prozess», heisst es dazu.

Den Standort in Wien behalte die Gruppe. Die Entscheidung, NZZ.at einzustellen, sei «keine Absage an die Internationalisierung, sondern an dieses Angebot in dieser Form», so Dengler.

Lukas Sustala, der im September 2016 die Rolle des Chefredaktors der österreichischen Plattform übernommen hatte, sagte dem Klein Report am Mittwoch: «Wir haben seit damals viel neu gemacht, technisch und auch publizistisch intensiv gearbeitet an dem Produkt. Das hat sich in Leser- und Nutzerwachstum niedergeschlagen, leider hat es aber nicht gereicht.»

«Wir haben heute mit allen Kolleginnen und Kollegen in Wien Gespräche geführt. Wir bedauern natürlich, dass NZZ.at nicht zu dem Erfolg wurde, den wir uns alle gewünscht und für den wir hart gearbeitet haben», so Sustala weiter.

In einem offenen Brief wandte sich der Chefredaktor zudem an seine Leserinnen und Leser. «Das Digitalabo der Schweizer Stammausgabe der NZZ ist für Sie als NZZ.at-Kunde bis 31.12.2017 kostenfrei», schreibt er und hofft, «dass Sie dem qualitätsvollen NZZ-Journalismus» auch nach der Einstellung von NZZ.at erhalten bleiben.

Zudem wurden Kundinnen und Kunden auch per E-Mail informiert, wie sie sich weiterhin mit NZZ-Beiträgen informieren können. Gab es bereits Rückmeldungen zum Ende von NZZ.at von der Leserschaft, wollte der Klein Report wissen? «Der Tenor ist, dass dieses wenngleich junge und kleine Produkt eine Lücke hinterlassen wird», sagt Lukas Sustala.