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Montag
16.03.2015

TV / Radio

In acht von zehn Schweizer Haushalten gibt es gemäss einer grossen «TV-Zuhause»-Studie von Zattoo Streit ums TV-Programm. Am Thema Sport und insbesondere beim Fussball scheiden sich die Geister.

Ein Fernseher, eine Fernbedienung, zwei unterschiedliche Vorstellungen von guter Unterhaltung: In acht von zehn (83%) Schweizer Mehr-Personen-Haushalten entbrennt mindestens hin und wieder ein Streit. Das Marktforschungsinstitut Forsa hat dies im Auftrag von Internet-TV-Anbieter Zattoo herausgefunden. In jedem vierten Haushalt (24%) kommt es sogar häufig oder fast immer zu Differenzen um die Fernbedienung. Das Streitrisiko steigt mit der Haushaltsgrösse: Leben vier und mehr Personen gemeinsam unter einem Dach, eskaliert die Auseinandersetzung um das TV-Programm bei rund 34 Prozent häufig.

In Familien mit Kindern gehen die Vorstellungen bei der liebsten Freizeitbeschäftigung der Schweizer stärker auseinander als in kinderlosen Haushalten. Und fern jeden Kuschelkurses ist vor allem die jüngere Altersgruppe von 14 bis 29 Jahren, wohingegen ältere Paare deutlich seltener streiten. «Die Fernsehgewohnheiten gleichen sich bei langen Beziehungen offenbar an oder man hat einen Weg gefunden, wie man sich einig werden kann», erläutert Jörg Meyer, Chief Officer Content & Consumer bei Zattoo, gegenüber dem Klein Report.

Der Streit entzündet sich am häufigsten beim Thema Sport (31%), gefolgt von den Reality- TV-Formaten (24%). Beim Sport ist vor allem «König Fussball» (73%) der Konfliktauslöser. Streitpotenzial bergen darüber hinaus Formel 1 (36%), Tennis (22 %) und Eishockey (21%). Bei Magazin- und Kindersendungen bleiben Meinungsverschiedenheiten hingegen fast völlig aus.

Zattoo ging auch der Frage nach, wie die Diskussionen um das Programm gelöst werden. Vier von zehn Befragten einigen sich, doch immerhin 16 Prozent gaben an, dass es stets einen gibt, der den Kampf um die Fernbedienung gewinnt und damit bestimmt, was geschaut wird. Genau in diesem Punkt geht die Wahrnehmung zwischen den Geschlechtern allerdings auseinander. Männer (42%) sind häufiger als Frauen (35%) davon überzeugt, dass man sich geeinigt habe, wohingegen Frauen öfter finden, dass einer von beiden sich durchsetze. «Ein Ergebnis, das vermuten lässt, dass Männer sich doch stärker behaupten und ihren Fussball gucken», so Meyer weiter.

Dem Fernsehstreit kann aus dem Weg gegangen werden: Viele der Befragten gaben an, dass sie Sendungen aufzeichnen, später in der Mediathek anschauen oder ihre favorisierte Sendung gleich auf einem anderen Gerät ansehen. Damit niemand in die Röhre schauen muss, bietet auch das Internet eine friedliche Alternative.

Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 13. bis 24. Februar 2015 vom Marktforschungsinstitut Forsa erhoben, wobei 1041 Personen befragt wurden.