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Mittwoch
10.02.2021

Medien / Publizistik

Markus Spörndli schrieb für die WOZ und die NZZ: In der Berichterstattung über Afrika spielen die ideellen Unterschiede «keine grosse Rolle», sagt er. (Bild zVg)

Markus Spörndli arbeitet neu als Mediensprecher und stellvertretender Leiter Kommunikation im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Zuletzt hatte er als Journalist für die «Wochenzeitung» (WOZ) und die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) aus Kenia berichtet.

«Wahrscheinlich war ich der erste Journalist, der gleichzeitig für die WOZ und die NZZ schrieb», sagte Markus Spörndli am Dienstag gegenüber dem Klein Report.

Wobei in der Berichterstattung über Afrika die unterschiedliche ideelle Ausrichtung der Blätter «keine grosse Rolle» spiele, relativierte der Journalist, der sich selbst auch als «WOZ-NZZ-Doppelagent» beschreibt.

Markus Spörndli kennt das Wirtschaftsdepartement bereits von innen. Nach einer politikwissenschaftlichen Dissertation an der Uni Bern war er 2004 und 2005 zunächst als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Indien tätig. Daraufhin arbeitete er bis Ende 2010 als Informationsbeauftragter im Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) für den Bereich «Wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit». 

Anfang 2012 wechselte Spörndli als Auslandsredaktor der WOZ in den Journalismus. Zuerst war er für Afrika zuständig, später für weite Teile Asiens inklusive Nahost. In Kenia schrieb er anschliessend als freier Journalist für verschiedene Medien, regelmässig für Swissinfo, WOZ und NZZ. 

Zumindest beim Cash seien die Unterschiede zwischen der WOZ und der NZZ gar nicht so gross, so Markus Spörndli weiter gegenüber dem Klein Report.

«Mittlerweile bezahlen beide fast auf den Rappen genau das gleiche Zeilenhonorar. Die WOZ hat ihre Ansätze in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Grössere Reisen konnte ich jedoch nur dank dem Recherchierfonds der WOZ finanzieren.»

Dass er nun von der vierten zur zweiten Gewalt ins Wirtschaftsdepartement wechsele, hat auch mit dem Coronavirus zu tun: «Im letzten Sommer wurde pandemiebedingt klar, dass wir etwas früher als geplant in die Schweiz zurückkehren wollten. Im Journalismus gab es kaum offene Stellen, die mich interessiert hätten, im Bereich Kommunikation hingegen schon», sagte der neue Mediensprecher im Departement von Bundesrat Guy Parmelin.

Die Pandemie habe dazu geführt, dass die Regierungs- und Behördenkommunikation so wichtig geworden sei wie schon lange nicht mehr, so Markus Spörndli zu seiner neuen Aufgabe. «Journalismus und politische Kommunikation haben je ihre eigenen Rollen, Reize und Herausforderungen. Ich fühle mich in beiden Sphären zu Hause.»