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Montag
25.01.2021

Medien / Publizistik

Das Homeoffice spielt der Abo-Zeitung in die Hände: «Wir sind jeden Morgen in den Briefkästen. Dies macht unsere Titel auch für Werbekunden interessanter.» (Bild © TX Group)

Als Corona im März 2020 die Schweiz lahmlegte, war das Virus das One-and-only-Thema der Medien. Der Klein Report hat bei Tamedia und «20 Minuten» nachgefragt, wie sie publizistisch auf den erneuten Lockdown reagieren.

Eine neue Interviewserie zur zweiten Lockdown-Welle der Redaktoren Simon Wenger, Jonathan Progin und Ursula Klein.

«Wie sich dieser zweite Lockdown auf den Werbeumsatz oder das publizistische Angebot auswirken wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen», sagte Eliane Loum-Gräser, Kommunikationsverantwortliche 20 Minuten, gegenüber dem Klein Report.

Was in den kommenden Wochen auf die Pendlerzeitung zukommen könnte, lässt ein Blick zurück auf den Frühling 2020 erahnen. 

Als bald nach dem Lockdown die Werbeeinnahmen einbrachen und die Pendlerströme versiegten, verkleinerte «20 Minuten» den Umfang seiner Print-Ausgabe. Mit zusätzlichen Verteilboxen im Detailhandel versuchte der Verlag etwas händeringend, die verlorenen Pendler zu kompensieren.

Die Schrumpfung der Print-Ausgabe im Frühjahr 2020 war laut Loum-Gräser aber nicht nur ein Rückschlag. Sie kam auch der digitalen Ausgabe zugute. So wurden «mehr redaktionelle Ressourcen für die Newsplattform eingesetzt, um die Leserinnen und Leser umfassend und zeitnah informieren zu können».

Die Tamedia-Zeitungen begegnen dem Coronavirus publizistisch mit einer Mischung aus Fokussierung, Themenvielfalt und Service. Seit das Coronavirus durch die Lande zieht, sei die Themenlage «ziemlich monothematisch», sagte Nicole Bänninger, Kommunikationsverantwortliche von Tamedia, zum Klein Report.

«Es gibt auch Leserinnen und Leser, die sich über die Dominanz von Corona – und der US-Präsidentschaftswahlen – ärgern.» Dem versuche man bei Tamedia zu begegnen, indem man bewusst auch Themen ausserhalb von Corona aufnehme und diesen genügend Platz gebe. 

Gleichzeitig würden Servicethemen nun grösser geschrieben, zum Beispiel rund um das Leben zu Hause oder Streaming- und Lesetipps.

Trotz der annullierten Inserate: Glaubt man Bänninger, entpuppten sich Lockdown und Homeoffice für die abonnierten Tageszeitungen auch als eine Chance: «Wir waren weiterhin jeden Morgen bei den Leserinnen und Lesern in den Briefkästen. Dies machte unsere Titel auch für Werbekunden interessanter.»