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Mittwoch
23.10.2019

IT / Telekom / Druck

Entscheidende Generalversammlung abgesagt

Die Fragezeichen hinter der geplanten UPC-Übernahme durch Sunrise werden immer grösser: Am Dienstag hat der Verwaltungsrat von Sunrise kurzfristig die auf den Mittwoch terminierte, entscheidende ausserordentliche Generalversammlung abgesagt.

Die Aussichten, dass die Sunrise-Aktionäre am Mittwoch der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung in Höhe von 2,8 Milliarden Franken zustimmen würden, waren aus Sicht des Verwaltungsrates am Tag vor dem Showdown zu schlecht.

Das Gremium sei zum Schluss gekommen, «dass die deutliche Mehrheit der Aktionäre, die ihre Aktien zur Abstimmung an der ausserordentlichen Generalversammlung registriert haben, die Kapitalerhöhung nicht unterstützt», teilte Sunrise am Dienstag mit.

Grund für den Last-Minute-Rückzieher ist unter anderem die Ankündigung des grössten Sunrise-Aktionärs Freenet, gegen die Kapitalerhöhung zu stimmen. Zuletzt zeichnete sich immer klarer ab, dass auch weitere Teilhaber dem UPC-Deal skeptisch gegenüberstehen.

Nun setzen Sunrise und der UPC-Mutterkonzern Liberty Global auf eine Verzögerungstaktik. Wann und wie es konkret weitergeht, ist noch unklar. Sunrise hat am Dienstag darauf hingewiesen, dass der Kaufvertrag ein «Long-Stop»-Datum per 27. Februar 2020 hat. Er bleibe in Kraft, «bis eine Partei ihn kündigt».

Ähnlich zurückhaltend gibt sich Liberty Global. Der britische Medienkonzern hat zugesagt, die ausserordentliche Generalversammlung (AGV) abzublasen. Der Aktienkaufvertrag zwischen den Parteien werde «mit einigen geringfügigen Änderungen beibehalten», informierte Liberty Global. Eine neue AGV könne «flexibel» einberufen werden.

Aufgrund des drohenden Scheiterns der UPC-Übernahme ist der Stuhl von Peter Kurer, Verwaltungsratspräsident von Sunrise, und Verwaltungsrat Jens Jesper Ovesen ins Wanken geraten. Mehrere Aktionäre forderten ihre Abwahl.

Sunrise schreibt dazu: «Der Verwaltungsrat zieht den Schluss, dass die Anträge zur Abwahl von Peter Kurer uns Jens Jesper Ovesen durch die Mehrheit der Aktionäre, die ihre Aktien zur Abstimmung an der AGV registriert haben, abgelehnt werden.»