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Mittwoch
08.11.2017

Vermarktung

Stockender Zahlungsfluss bei der Publicitas: Mehrere Verlagshäuser beklagen noch ausstehende Zahlungen der Inseratevermarkterin. Gemäss Recherchen des Klein Reports haben sich Tamedia, Ringier und AZ Medien deshalb ausgetauscht und ihr Vorgehen abgestimmt.

Bereits der Migros-Genossenschafts-Bund suchte das Gespräch mit der Publicitas, weil der Zahlungsfluss zwischen dem Auftraggeber und der Vermittlerin nicht wie gewünscht funktionierte. So wurden und werden seit Wochen die termingerecht einbezahlten Kundengelder nicht fristgerecht weitergeleitet.

Weil das Problem immer noch nicht beseitigt ist, haben sich Tamedia, Ringier und AZ Medien zusammengetan. Sie sind darauf angewiesen, dass eine Lösung mit der Publicitas gefunden wird.

Eine mögliche Lösung könnte ein «Zwischenkonto» sein, das Tamedia nun eingerichtet hat, wie Recherchen des Klein Reports zeigen. Dabei handelt es sich um eine Art Sperrkonto, auf das die Publicitas nicht alleine zugreifen kann.

Angesprochen auf die Problematik der stockenden Zahlungen äussern sich die Medienverantwortlichen der drei Verlagshäuser professionell zurückhaltend. «Ich bitte um Verständnis dafür, dass wir über einzelne Kundenbeziehungen keine Auskunft geben können», so Christoph Zimmer, Leiter Kommunikation von Tamedia.

Auch René Beutner, Chief Communications Officer von Ringier, verweist darauf, dass es sich um eine «vertrauliche Kundenbeziehung» handle, zu der man sich nicht äussern werde. Genauso Monica Stephani, Leiterin Unternehmenskommunikation der AZ Medien: «AZ Medien behandeln Geschäftsbeziehungen grundsätzlich vertraulich und äussern sich nicht zu deren Inhalten.»

Hingegen erklärte die Publicitas auf Nachfrage des Klein Reports und nach Rücksprache mit CFO Carsten Brinkmeier, «dass saisonal bedingte Engpässe in der Branche nicht unbekannt sind und auch im letzten Jahr auftraten». Die geschilderten Probleme könne man «nach Abstimmung mit unseren Arbeitspartnern bei den genannten Verlagen» nicht nachvollziehen.

Über den genauen Inhalt der Gespräche mit den betroffenen Verlegern möchte auch die Vermarkterin Publicitas keine Auskunft geben.