Content:

Samstag
31.10.2015

Medien / Publizistik

Das Newsportal Watson muss sparen und entlässt deshalb drei Mitarbeiter. Die Gewerkschaft Syndicom fordert im Gegenzug einen Sozialplan für die Betroffenen. Davon weiss Watson-Chef Hansi Voigt aber noch nichts, wie er dem Klein Report am Freitag sagt.

«Bei Kündigungen aus wirtschaftlichen Gründen ist ein Sozialplan zu verhandeln, der die wirtschaftlichen Folgen für die Betroffenen abfedert», heisst es in einer Medienmitteilung der Gewerkschaft Syndicom.

«Bis jetzt weiss ich von einer Forderung nach einem Sozialplan für die drei entlassenen Mitarbeiter nichts. Ich bin ausserdem sicher, dass die drei beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Ich werde ihnen jedenfalls beste Referenzen ausstellen», sagt hingegen Hansi Voigt dem Klein Repot.

Insgesamt werden laut Voigt «fünf Stellen gestrichen oder nicht neu besetzt». Es handle sich dabei um Jobs in den Bereichen Video, Sport und Community sowie um einen Mitarbeiter vom Gesellschaftsressort. «Eine weitere Massnahme ist, dass die Geschäftsleitung und die Chefredaktion eine Lohnkürzung in Kauf nimmt». So sollen die Kosten um insgesamt 8 Prozent reduziert werden. «Es bleiben noch 55 Vollzeitstellen», sagt Voigt.

Erst Anfang der Woche hat eine Studie über Medienqualität vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft Watson ein gutes Zeugnis ausgestellt. «Gute Mitarbeiter sind immer schwer zu ersetzen. Aber grundsätzlich wird sich an der Ausrichtung oder an den journalistischen Ansprüchen von Watson nichts ändern», glaubt Voigt weiterhin an die gute Qualität von Watson.

Dann erklärt der geschäftsführende Chefredaktor dem Klein Report, wie es mit der Onlinezeitung weitergeht. «Wir passen die Kosten jetzt etwas an. Damit haben wir die Chancen von Watson langfristig verbessert. Denn auch die Ziele wurden nach unten angepasst.»

Nur zwei Jahre nach Gründung des Newsportals müssen Stellen gestrichen werden. Ist Watson also absichtlich «zu gross» gestartet, möchte der Klein Report wissen: «Ohne grossen Impact hätten wir keine Chance gehabt, überhaupt so weit zu kommen», findet Voigt.

Hinter den Sparmassnahmen steckt allerdings nicht er, sondern Investor und Verleger der AZ Medien, Peter Wanner. «Peter Wanner und die Geschäftsleitung glauben fest an den Erfolg von Watson, gehen aber davon aus, dass es etwas länger dauern wird», erklärt Voigt dazu.