Content:

Donnerstag
31.12.2015

Marketing / PR

Wie sehen Online-Agenturen und Media-Agenturen das Jahr 2016? Der Klein Report hat bei Sandro Albin, CEO vom Digitalunternehmen Adwebster, Bernhard Brechbühl, Gründer und Inhaber der Firma Storyfilter, Mario Colombo, Partner und Technical Lead What.digital und Maurizio Rugghia, Geschäftsführer der Full Service Digitalagentur Serranetga, nachgefragt.

«Das Wachstum im Online-Bereich war insgesamt massiv», blickt Mario Colombo zunächst auf das Jahr 2015 zurück. Auf Kundenseite fehle hingegen noch oft das Verständnis, das Geld werde – trotz diverser Optimierungstools - nicht immer optimal investiert.

Mit Storyfilter hat Bernhard Brechbühl vor zwei Jahren eine Plattform für Social Publishing lanciert. «Content Marketing und Native Advertising haben stark zugelegt», resümiert auch er.

Auf diesen Erfolgszug wollen gemäss Sandro Albin immer mehr Anbieter aufspringen. «Es gibt nun mehr Marktteilnehmer und der Markt ist fragmentiert. Der Druck von ausländischen Anbietern nimmt zu», so der Adwebster-CEO. Medienhäuser seien noch zu vorsichtig, rüsten aber zunehmend auf.

Insgesamt blicken die Online-Agenturen auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück. Doch wie sieht es im nächsten Jahr aus? - «Der Trend zur digitalen Werbung wird ohne Zweifel weitergehen», sagt Colombo. Brechbühl, der selber Content Marketing anbietet, wird etwas spezifischer. «Content Marketing ist im Jahr 2016 klar im Aufwind. Display-Werbung ist dafür jedoch nicht die richtige Distributionsform», sagt der Inhaber von Storyfilter.

Maurizio Rugghia erwähnt 360 Grad Videos und Virtual Reality. Mit Serranetga hat er für Samsung bereits ein solches Video kreiert. «Seit Facebook und YouTube 360 Grad Videos auf ihren Plattformen zulassen, ist die Technologie auf bestem Weg zum Massenphänomen», findet er. «Aus Sicht von Media & Analytics wird Data Driven Marketing zum mit Abstand bedeutendsten Thema», prognostiziert er weiter.

Dem stimmt auch Albin zu. «Alle datengetriebenen Ansätze werden boomen», sagt er. Print werde hingegen weiter verlieren und TV noch stärker von Digital, Mobile und Video unter Druck gesetzt werden. «Die direkte Vermarktung journalistischer Inhalte steht auf dem Prüfstand», so der Adwebster-CEO.

Für das Jahr 2016 erwartet Brechbühl, dass die Distribution von Content über «zeitgemässe Kanäle» immer stärker in den Fokus rückt. Ins gleiche Rohr bläst auch Colombo. «Online ist das neue Offline», fasst er zusammen und findet Unterstützung bei Rugghia: «Ich erwarte – oder besser erhoffe – dass die Leute im Zusammenhang mit Mobile endlich damit aufhören, von `Second Screen` zu sprechen. Mobile ist für die Meisten schon längst zum `First Screen` geworden».

Zum Schluss nimmt Albin das geplante Joint-Venture von SRG, Swisscom und Ringier in die Pflicht. «Allianzen müssen beweisen, was sie am international geprägten Markt ausrichten können».