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Dienstag
26.03.2019

Medien / Publizistik

Informantenschutz ist ein hohes Gut

Mehrere Polizeibeamte haben am Samstagnachmittag versucht, Zutritt in die Redaktion der «Bild»-Zeitung zu erhalten. «Da die Beamten ohne richterlichen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss erschienen, wurden sie direkt am Verlagseingang abgewiesen», erklärte die Zeitung am Montag.

Gemäss «Bild» handelten die Polizisten im Auftrag des Landeskriminalamts Hessen und der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Als Grund für die versuchte Durchsuchung sei ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen des Verdachts der Volksverhetzung genannt worden.

«Die Ermittler wollten Internet-Zugriffsdaten von ‚Bild’-Lesern beschlagnahmen. Hintergrund ist offenbar ein internes Ermittlungsverfahren gegen Polizisten, die eine NSU-Opferanwältin bedroht haben sollen.» Unklar sei, ob die Ermittler auf der Suche nach einem möglichen Informanten waren.

«Bild»-Chefredaktor Julian Reichelt kündigte an, dass die Zeitung Rechtsmittel einlegen werde, sollte es zu einer richterlichen Durchsuchungsanordnung kommen. «Aufgrund des hohen Gutes des unantastbaren Informantenschutzes wird ‚Bild’ niemals freiwillig Daten von Lesern oder Informanten herausgeben.»