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Donnerstag
5.1.2017

Werbung

Verleger, Mediaagenturen und Werbetreibende wurden nach allen Regeln der Hacker-Kunst ausgenommen: Wie die Computer Sicherheits-Firma White Ops aufdeckte, machten russische Betrüger jeden Tag bis zu 5 Millionen US-Dollar mit gefälschten Ad Views. Werber dachten, für Clicks auf den Websites der «New York Times», dem «Wall Street Journal» oder auf Facebook zu bezahlen.

Zur Täuschung der Werbetreibenden kreierten russische Hacker seit September 2016 insgesamt über eine halbe Million falscher Internetnutzer - sogenannte Bots - und richteten zudem mehr als 250'000 Fake-Websites ein.

Auf Programmatic Advertising Plattformen liessen die Betrüger Werbekunden im Glauben, dass sie für Ad Views auf renommierten Plattformen wie der «New York Times», «Fox News» oder «AT&T» bezahlten. Das spülte jeden Tag zwischen 3 bis 5 Millionen US-Dollar in die Taschen der Hacker.

Die ausgeklügelten Computer-Bots sorgten dafür, dass Video-Werbungen, für welche die Agenturen und Werbetreibende bezahlten, tausendfach angeklickt wurden und generierten damit jeden Tag zwischen 200 bis 300 Millionen Fake Ad Views, wie White Ops berichtet.

Für die Bots legten die Hacker falsche geographische Informationen, eine falsche Web-History oder auch gefälschte Facebook-Logins an. So glaubten die Werbetreibenden, dass ihre Werbeinhalte von Nutzern angeschaut werden, die sich auf Plattformen wie Facebook bewegten. Dadurch, dass sich die Bots im Internet scheinbar wie gewöhnliche Nutzer verhielten, konnte der Betrug nur schwer aufgedeckt werden.

Über Programmatic Advertising Plattformen verkauften die Betrüger - unter dem Namen vertrauenswürdiger Anbieter - ihre Inhalte und profitierten davon, dass Werbetreibende nicht wussten, mit wem sie es zu tun hatten.

So wurden einerseits Werbetreibende, die für falsche Ad Views bezahlten und anderseits auch Verleger, bei denen die Werbung eigentlich hätte gebucht werden sollen, im ganz grossen Stil direkt oder indirekt um Millionenbeträge betrogen.

Gemäss einer Studie von White Ops und der Association of National Advertisers zahlten US-Marketer alleine im Jahr 2017 über 7 Milliarden US-Dollar für an Werbebetrüger, die sich im Internet bewegen. White Ops arbeitet nun gemeinsam mit US-Behörden daran, den jüngsten und vermutlich bislang grössten Betrugsfall vollständig aufzudecken.