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Montag
09.11.2020

Medien / Publizistik

Banges Warten gab es nicht nur in den US-Wahlbüros. Auch in den Redaktionen gab es tagelange Unsicherheit. Beim «Spiegel» wurden deshalb zwei Titelbilder vorbereitet...

Die Wahl des US-Präsidenten hat nicht nur den amerikanischen Medien Traumquoten beschert. Die tagelange Unsicherheit bedeutete auch viel Arbeit für die Redaktionen in Europa.

Beim «Spiegel» zum Beispiel sind 50 Journalistinnen und Redaktoren an der Story drangeblieben, wie der Verlag in einem Kommentar schreibt. Der Redaktionsschluss für das gedruckte Heft am Freitag sei immer wieder hinausgeschoben worden.

Als die Rollen nachts um drei Uhr endlich gestartet wurden, stand der Sieger immer noch nicht fest. Das war der Moment, um noch viel mehr auf Online zu setzen. Dort kann das Geschehen minutenaktuell abgebildet werden. Allerdings kann die ganz grosse Story nicht in Minuten realisiert werden.

Und so hat «Der Spiegel» im Digitalen für diese Wahl des grossen Wechsels in den USA zwei Titelgeschichten und damit auch zwei Titelbilder zum Auswechseln produziert.

«Ein neuer Anfang» heisst die zweite Titelgeschichte zu Joe Biden, die nun zur ersten werden konnte. Thema ist, was Biden in den kommenden Jahren leisten muss – und welche Rolle Donald Trump dabei spielen wird.

Das alternative Titelbild wurde vom Zeichner Edel Rodriguez gestaltet. Auf diesem Cover setzt Biden der Freiheitsstatue ihren Kopf auf. Die Redaktion nimmt damit Bezug auf das weltweit beachtete Cover der «Spiegel»-Ausgabe 6/2017, auf dem Trump der «Lady Liberty» den Kopf abgetrennt hatte.

Die «erste» Titelgeschichte im Heft ist nun für das Archiv. Sie handelt von der Beharrlichkeit, mit der Donald Trump die Ergebnisse der Wahl und die Abstimmung als solche anzweifelt.

Aus dem Szenario beim «Spiegel» nun einen weiteren Sargnagel für Print herbeischreiben zu wollen, spiegelt aber nicht die Meinung des Redaktionsteams beim Klein Report.