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Donnerstag
13.06.2019

Vermarktung

CEO Christoph Tonini will sich «beruflich verändern»

Der Zürcher Medienkonzern dezentralisiert seine Strukturen: Ab 1. Januar 2020 sollen «vier weitgehend autonome Geschäftsfelder» die digitale Transformation und das Wachstum der Gruppe vorantreiben, wie Tamedia am Mittwochmorgen bekannt gab.

Nach Ausscheiden von Christoph Tonini als CEO werde die Gruppe in einer holdingartigen Struktur ab dem 1. Juli 2020 direkt von Verleger und Präsident Pietro Supino geleitet. Samuel Hügli (Technologie & Ventures) und Sandro Macciacchini (Finanzen & Personal) gehören weiterhin dem Führungsteam der Gruppe an.

Die vier Geschäftsfelder werden als «eigenständige Einheiten mit je eigener Geschäftsleitung, eigenem Verwaltungsrat sowie eigener Erfolgsrechnung geführt», heisst es zur neuen Struktur.

Die Bezahlmedien leiten Marco Boselli (Publizistik) und Andreas Schaffner (Verlagsdienstleistungen), die Pendlermedien liegen bei Marcel Kohler, die Marktplätze leitet Christoph Brand und die Werbevermarktung untersteht Goldbach-CEO Michi Frank.

Tamedia-Advertising werde in die beiden Bereiche «Tamedia-Bezahlmedien» und «20 Minuten» aufgeteilt und als integrierter Publisher und Eigenvermarkter innerhalb von Goldbach weitergeführt, erklärte Nicole Bänninger, Stv. Leiterin Kommunikation Tamedia, auf Nachfrage des Klein Reports am Mittwoch.

Das Ziel der dezentralen neuen Struktur sei es, «optimale Voraussetzungen für Transparenz und Wachstum auch im Rahmen möglicher Partnerschaften in den Geschäftsfeldern mit ihren unterschiedlichen Chancen und Kulturen zu schaffen», schreibt Tamedia.

Nicole Bänninger sagte dem Klein Report: «Grundsätzlich stehen wir in allen Geschäftsfeldern offen gegenüber neuen Partnerschaften und Kooperationen.» Aktuell sei es aber noch zu früh, um über konkrete Pläne zu sprechen.

In der ganzen Medienmitteilung steht ein einziger Satz  zum Thema Journalismus: «Die Publizistik als Ursprung der Gruppe bleibt das zentrale verlegerische Anliegen und ein Investitionsschwerpunkt.» Dass die publizistischen Bereiche mittel- bis langfristig von Tamedia abgestossen werden, sei laut Bänninger nicht denkbar: «Die Verlegerfamilie bekennt sich unverändert und uneingeschränkt zur Publizistik, aus der das Unternehmen hervorgegangen ist.»