KleinReport Der Mediendienst der
Schweizer Kommunikationsbranche.
Erscheint täglich, 6-mal die Woche
Donnerstag
23. Mai 2013, 21:19
Swissprinters-Abbau: «Überkapazitäten, nicht der Franken allein ist schuld»
16:00
Donnerstag
13.10.2011
Schweiz

Die Überkapazitäten im Druck sind seit Jahren bekannt. Die drei Verlagshäuser NZZ, Ringier und Edipresse haben sich in der Vergangenheit nur langsam an die Marktgegebenheiten mit ihrer Swissprinters AG angepasst, interne Querelen zwischen Ringier und der NZZ, die ein schnelleres Tempo anlegen wollte, waren unter anderem die Gründe dafür. Nun kommt es zu einem tief greifenden Einschnitt: «Swissprinters beabsichtigt, die Produktion in Zürich und St. Gallen bis spätestens 30. Juni 2012 einzustellen», wie das Druckunternehmen am Mittwoch bekannt gab.

An einer Telefonkonferenz erklärte Verwaltungsratspräsident Martin Werfeli: «Der Hauptgrund sind tatsächlich die Überkapazitäten; der Euro-Kurs hat die Situation sicherlich noch verschärft.» Werfeli betonte aber dezidiert, dass der Franken nicht der Hauptgrund für die Veränderungen sei. «Wir wären auch sonst nicht um diese Umstrukturierung gekommen», so Werfeli. Mit diesen Änderungen verabschiede sich die Swissprinters aus dem Bogenoffset und dem Kalendergeschäft, erklärte er.

Für den Standort Zürich mit 74 Mitarbeitenden sei man in Verhandlung mit verschiedenen Interessenten, ergänzte Unternehmensleiter Alfred Wälti an der Telefonkonferenz. «Namen kann ich keine nennen, wir haben Stillschweigen vereinbart, um eine gute und nachhaltige Lösung zu finden.»

Bereits bekannt ist, dass der Geschäftsbereich Eidenbenz Kalender per 1. Januar 2012 voraussichtlich von der Calendaria AG übernommen wird. Aus dem Tiefdruck hatte sich die Swissprinters bereits Ende letzten Jahres verabschiedet. Die Restrukturierungen hinkten aber dem Markt immer hinterher. «Wir hatten vor wenigen Jahren noch ganz andere Absichten», sagte Wälti über die sich verändernde Druckbranche. «Wir haben restrukturiert, uns angepasst, aber auch grössere Schritte unternommen und investiert, zum Beispiel in Druckmaschinen in Zofingen.»

Am Mittwochnachmittag ist das Mitwirkungsverfahren mit der Personalkommission (PKO) gestartet worden, das etwa einen Monat dauert. «Erst haben wir das Kader und die Mitarbeiter informiert, dann Kunden und Behörden sowie die Gewerkschaften», erklärte Unternehmensleiter Alfred Wälti an der Telefonkonferenz. «Wir werden in kleinen Gruppen Lösungen suchen, um den Mitarbeitern helfen zu können. Ein HR-Team ist an der Arbeit, um für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter Perspektiven aufzuzeigen und Lösungen zu finden.»

Die Swissprinters-Gruppe wurde 2005 gegründet, in ihr sind alle nicht zeitungsbezogenen Druckbetriebe der Ringier AG und der NZZ-Gruppe zusammengefasst worden. 2006 kam die Westschweizer Edipresse dazu, die heute mehrheitlich im Besitz der Zürcher Tamedia AG ist.

Weitere Artikel - Donnerstag 13.10.2011
19:32 «Vis-à-Vis» überschreitet seit zehn Jahren Grenzen
Donnerstag
13.10.2011
Ausland

Das deutsch-französische Magazin «Vis-à-Vis», das auch immer wieder über die Schweizer Grenzregion berichtet, feiert Jubiläum. Seit einem Jahrzehnt erkundet das gemeinsam von Südwestrundfunk Studio Freiburg und France 3 Alsace produzierte Magazin den Alltag der Menschen auf beiden Seiten des Rheins. Die Sendung hat sich zum Ziel gesetzt «einzigartig, zweisprachig und in dreissig Minuten auf humorvolle und unterhaltsame Weise die Unterschiede und die oft verblüffenden Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen, Franzosen und Schweizern» zu zeigen. Präsentiert wird «Vis-à-Vis» von der Französin Carine Bastian und der Deutschen Kristin Haub.

Das 30-minütige Magazin ist jeden zweiten Samstag um 19.15 Uhr im Regionalprogramm Baden-Württemberg des SWR Fernsehen zu sehen. Die Jubiläumssendung vom kommenden Samstag, 15. Oktober, zeigt, was aus den ehemaligen Grenzhäuschen an der deutsch-französischen Grenze geworden ist, wirft einen (Rück-)Blick aufweiter lesen...

17:20 «Vol spécial» eröffnet Leipziger Filmfestival
Donnerstag
13.10.2011
Schweiz

Der Schweizer Dokumentarfilm «Vol spécial» von Fernand Melgar eröffnet das 54. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, das vom 17. bis 23. Oktober stattfindet. Der Film, der über den Alltag im Ausschaffungsgefängnis Frambois berichtet, ist zugleich einer der Anwärter auf die «Goldene Taube» des internationalen Wettbewerbs.

Um eine Goldene Taube konkurrieren ebenfalls der Dokumentarfilm «Carte Blanche» von Heidi Specogna, der nach seiner Präsenz in Locarno in Leipzig im Deutschen Wettbewerb figuriert, und im Animationswettbewerb die Filme «Romance» vonweiter lesen...

17:14 Burma lässt Blogger frei
Donnerstag
13.10.2011
Ausland

Am Mittwoch durfte in Burma der Blogger und Komiker Zarganar das Gefängnis verlassen. Der Dissident gehört zu den mehreren Dutzend politischen Gefangenen, die im Zuge einer von Präsident Thein Sein angeordneten Amnestie aus der Haft entlassen wurden. Zarganar war 2008 zusammen mit dem Internetdissidenten Nay Phone Latt von Reporter ohne Grenzen mit dem Menschenrechtspreis in der Kategorie «Internetdissident»  ausgezeichnet worden.

Zarganar wurde am 5. Juni 2008 wegen «Störung der öffentlichen Ordnung» festgenommen. Zuvor hatte er in seinem Blog über das schlechte Hilfsmanagement der Regierung nach dem Zyklon Nargis im Frühjahr 2008 berichtet und darüber auch mit ausländischen Medien gesprochen. Im darauffolgenden November verurteilte ihn ein Sondergerichtshofweiter lesen...

17:08 «Das Boot»-Klageverfahren vertagt
Donnerstag
13.10.2011
Ausland

Das Landgericht Stuttgart hat das Klageverfahren wegen Nachvergütung, das der Chefkameramann der Filmproduktion «Das Boot» gegen den Südwestrundfunk (SWR) und sieben weitere ARD-Anstalten wegen der Ausstrahlungen des Films angestrengt hatte, vertagt. Das Gericht verkündete am Donnerstag, das es erst warten will, bis ein ähnliches Verfahren in München entschieden ist.

Das Stuttgarter Gericht hatte in der mündlichen Verhandlung am 27. Juli 2011 zu erkennen gegeben, dass im Zusammenhang mit dem «Bestsellerparagrafen» viele Rechtsfragen noch ungeklärt sind und dass es für seine Entscheidung darauf ankommen könnte, ob dem klagenden Chefkameramann in dem Münchner Verfahren eventuellweiter lesen...