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Montag
25.03.2019

Medien / Publizistik

«Wahlzettel richtig ausfüllen? Ich helfe gerne!»

Stefan Locher, Zürcher SVP-Kandidat und Augenarzt, ist am Sonntag nicht in den Kantonsrat gewählt worden. Locher, der auf einen harmlosen Telefonstreich hereingefallen war, erhielt deswegen vor Kurzem über Gebühr mediale Aufmerksamkeit.

Das Magazin «Izzy» rief beim SVP-Kandidaten an und gab sich als Wähler aus, der seinen Stimmzettel ausfüllen will, aber damit nicht ganz klar kommt.

Auf seinen Wahlflyern hatte Locher nämlich seine Telefonnummer angegeben, um beim Ausfüllen der Wahlunterlagen behilflich zu sein. Genau das machte er beim fingierten Telefonat. Der SVP-Kandidat gab genaue Anweisungen, wie der Wahlzettel auszufüllen sei. Gleiches tat er auch für die «Ehefrau» und den «Sohn» des Telefonanrufers.

Nach dem das gesamte Gespräch medial publik gemacht wurde, redeten die einen von nett gemeinter Hilfe und die anderen von Wahlbetrug.

Dass Stefan Locher es wegen des Jux-Telefonates nun nicht ins Zürcher Kantonsparlament geschafft hat, ist eher unwahrscheinlich. Die SVP hat in den traditionell rot-grünen Kreisen 4 und 5 nur wenige Stimmen geholt. Gerade mal 609 machten - wahrscheinlich ohne Hilfe - ein Kreuzchen bei Stefan Locher.