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Freitag
11.10.2019

Medien / Publizistik

«Süddeutsche Zeitung» neu «digital first»

Ein «so weiter wie bisher» ist für die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) keine Option: Der Medienkonzern, zu dem Regionalzeitungen, Fachinformationsverlage und die «Süddeutsche Zeitung» gehören, investiert und spart zugleich.

«Zukunft durch Wandel»: So lautet das Leitmotiv der umfassenden Mediengruppen-Strategie, die am Mittwoch vom SWMH-Führungsteam um CEO Christian Wegner vorgestellt wurde. Hintergrund der Strategie-Offensive sind rückläufige Printauflagen und Einbrüche im Werbemarkt.

Einerseits nimmt die Südwestdeutsche Medienholding in den kommenden zwei Jahren 100 Millionen Euro für den digitalen Umbruch in die Hand. Das Geld soll in neue Wachstumsfelder investiert werden, um unabhängiger von den sinkenden Werbeeinnahmen zu werden.

Dazu gehört die konsequente «Digital-First-Strategie» der «Süddeutschen Zeitung» (SZ): Bis Ende 2020 will die SZ von 85'000 auf 150'000 Digital-Abos kommen, schreibt die Fachzeitschrift «W&V», die selber zur SWMH gehört.

Mitarbeitende sollen insbesondere in digitalbezogenen Themen spezialisiert werden. Im Digitalbereich würden neue Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus wolle die SWMH gezielt Frauen und Nachwuchskräfte fördern.

Andererseits wird der Medienkonzern auch den Rotstift ansetzen: «Die Verzahnung von Print- und Digitalredaktionen soll weiter gefördert werden, einzelne Redaktionseinheiten, das Produktmanagement sowie Service-Einheiten will die SWMH schrittweise zusammenführen», teilte die Medienholding mit.

In den Unternehmensbereichen Süddeutscher Verlag, Medienholding Süd und in der Holding selber sei ein Stellenabbau «in jeweils zweistelliger Höhe» geplant. Laut «Handelsblatt» dürften etwa 150 Stellen wegfallen. Derzeit beschäftigt die SWMH insgesamt 5'500 Mitarbeitende.