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Montag
05.08.2019

Medien / Publizistik

Titelbild der «Spiegel»-Ausgabe Nummer 4

In der Debatte um ein Titelbild der «Spiegel»-Ausgabe Nummer 4 hat sich nun auch der Zentralrat der Juden zu Wort gemeldet und dem Verlag vorgeworfen, sich billiger Klischees über die Juden in Deutschland zu bedienen.

Nachdem Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, auf Twitter gegen den «Spiegel» wetterte, kam es vor allem in den sozialen Medien zu einer Diskussion darüber, ob das Titelbild, das zwei Juden aus dem Jahre 1928 zeigt, für den Titel «Jüdisches Leben in Deutschland – Die unbekannte Welt nebenan» passend sei.

«Weder meine Vorfahren noch meine Familie noch ich sehen so aus. Wir sind keine ,unbekannte Welt nebenan' sondern Teil der Gesellschaft», ärgerte sich Meron Mendel auf Twitter.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte die Wahl des Bildes scharf. Mit dem Titelbild bediene der «Spiegel» leider Klischeevorstellungen von Juden, heisst es in einem Tweet des Zentralrats vom Freitag. Es stelle sich die Frage, was die Zeitung mit dieser Fotoauswahl und der Betitelung beabsichtige. «Juden als etwas Fremdes oder Exotisches darzustellen, befördert antisemitische Vorurteile.»

Der «Spiegel»-Verlag meinte zur Bildauswahl, dass das Bild eine historische Strassenszene von 1928 vor einer Leihbibliothek in Berlin zeige. «Wir zeigen auf dem Titelbild einen Aspekt aus der reichen Vielfalt der deutsch-jüdischen Geschichte, die wir in diesem Historienheft in vielen weiteren Facetten abbilden. Wir wollten damit kein antisemitisches Klischee bedienen, sollte der Eindruck entstanden sein, tut uns das leid. Das war nicht unsere Absicht.»