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Donnerstag
18.06.2020

TV / Radio

«Der Pass» vom Bezahlsender Sky als beste Drama-Serie ausgezeichnet... (© Sky)

Beim Deutschen Fernsehpreis steht es in der Hauptkategorie Fiktion unentschieden zwischen klassischen Fernsehsendern und Streamingdiensten: Der beste TV-Film kommt von der ARD  mit «Bist Du glücklich?», der beste Mehrteiler heisst «Preis der Freiheit» vom ZDF.

Der Bezahlsender Sky, der seine Inhalte auch streamt, punktet dagegen mit «Der Pass» als beste Drama-Serie. Netflix erhält den Preis für die beste Comedy-Serie mit «How To Sell Drugs Online (Fast)».

Der Deutsche Fernsehpreis wird von ARD, RTL, SAT.1 und ZDF in Kooperation mit der Deutschen Telekom gestiftet. Begutachtet wurden Produktionen mit einem Ausstrahlungstermin zwischen Januar 2019 und April 2020.

Der Jury-Vorsitzende Wolf Bauer: «Der auf 16 Monate ausgeweitete Begutachtungszeitraum war eine der vielen Herausforderungen, denen sich die Jury mit grossem Engagement gestellt hat. Nicht zuletzt mussten wir unsere Kommunikation in der entscheidenden Phase Corona-bedingt auf den Audio-Modus beschränken. Doch auch unter diesen Umständen ist es uns gelungen, die hohe Qualität unserer Diskussionen und die grosse Sorgfalt bei den Entscheidungsfindungen jederzeit aufrechtzuerhalten.»

Die Fachjury hatte 93 Nominierungen zu bewerten. Neben 27 Auszeichnungen für die Programmbereiche Fiktion, Unterhaltung, Information und Sport gibt es in diesem Jahr zudem einen Sonderpreis für die beste Corona-Berichterstattung. Hier kamen alle grösseren Sender in die Kränze, von «Tagesschau» über «RTL aktuell» bis «heute journal».

Zur besten Unterhaltungsshow schaffte es «The Masked Singer» (ProSieben/Endemol Shine Germany). Beste Comedy einmal mehr die «heute-show» (ZDF/Prime Productions). Bestes Factual Entertainment «Wir sind klein und ihr seid alt» (VOX/RedSeven Entertainment). Beste Unterhaltung Reality «Das Sommerhaus der Stars» (RTL/Seapoint Productions).

Für die Jury war das fiktionale Erzählen geprägt durch die intensive Beschäftigung mit persönlichen Themen – Freundschaft und Glück, Trauer und Einsamkeit, Schuld und Zivilcourage, die in unterschiedlichster Tonalität verarbeitet wurden – von der Tragikomödie bis hin zum historischen Drama.

Im Bereich Drama-Serien und vor allem Comedy-Serien zeigt sich die Jury erfreut, «dass das deutsche Fernsehen auch in diesem Genre mittlerweile Grossartiges zu leisten imstande ist», was man den TV-Schaffenden in Deutschland in der Vergangenheit nicht immer zugetraut habe.

In der non-fiktionalen Unterhaltung sorgte insbesondere die Wiederentdeckung der Liveshow für überraschende Innovationen und beeindruckende Publikumserfolge. Zudem zeichneten sich auch seit längerer Zeit etablierte Formate durch frische Ideen und konsequente Optimierungen des Produktionsniveaus aus.