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Freitag
31.07.2020

Medien / Publizistik

Im Zusammenhang mit dem Treffen von Michael Lauber und Gianni Infantino gäbe es «Anzeichen für ein strafbares Verhalten»...

Der Sonderstaatsanwalt in der Causa Lauber will dem gefallenen Bundesanwalt die Immunität entziehen. Und er hat ein Strafverfahren gegen Fifa-Chef Gianni Infantino eröffnet.

Von den zuständigen parlamentarischen Kommissionen hat der ausserordentliche Staatsanwalt Stefan Keller am Donnerstag die «Erteilung der Ermächtigung zur Durchführung eines Strafverfahrens gegen Bundesanwalt Michael Lauber» verlangt, wie die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft mitteilte. 

Gleichzeitig habe er ein Strafverfahren gegen den Fifa-Präsident und Blatter-Nachfolger Gianni Infantino und den Walliser Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold eröffnet.

Der Sonderstaatsanwalt kam bei der Prüfung von zwei eingegangenen Strafanzeigen zum Schluss, dass im Zusammenhang mit den Treffen von Michael Lauber mit dem Fifa-Präsidenten und dem Walliser Oberstaatsanwalt «Anzeichen für ein strafbares Verhalten bestehen», schreibt die Aufsichtsbehörde weiter.

Es gehe dabei um Amtsmissbrauch, Verletzung des Amtsgeheimnisses, Begünstigung und die Anstiftung zu diesen Tatbeständen. 

Weil der Bundesanwalt durch die Bundesversammlung gewählt wird, müssen die Räte zuerst dessen Immunität aufheben, bevor eine Strafverfolgung gestartet werden kann. Bis zu Laubers Rücktritt, den er am Mittwoch auf Ende Januar erklärt hat, wäre er sonst noch geschützt.

Ursprünglich lagen vier Strafanzeigen auf dem Tisch, die gegen Bundesanwalt Michael Lauber, Fifa-Präsident Gianni Infantino und weitere Personen eingegangen sind. «Seither wurden zusätzliche Strafanzeigen gestellt.»