Content:

Freitag
15.03.2019

Medien / Publizistik

Journalisten: Opfer des Drogenkriegs in Mexiko

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag soll die Morde an Journalistinnen und Journalisten in Mexiko ahnden. Das fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) und hat dazu einen entsprechenden Antrag eingereicht. 

Zwischen 2016 und 2018 wurden in Mexiko 116 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit ermordet oder mit Gewalt verschleppt. 

Seit dem 2006 ausgerufenen Kampf der Regierung gegen die Drogenkartelle ist Mexiko eines der gefährlichsten Länder weltweit. Berichterstattende würden systematisch bedroht, verschleppt und ermordet, um an ihrer Arbeit gehindert zu werden, schreibt Reporter ohne Grenzen in einer Pressemitteilung. 

«Oftmals findet die Gewalt gegen Medienschaffende unter passiver Komplizenschaft der Behörden statt. Wir betrachten dies als Verbrechen gegen die Menschlichkeit», wird ROG-Geschäftsführer Christian Mihr in der Mitteilung zitiert.

Es sei alarmierend, dass ein Grossteil der Morde bis heute nicht gesühnt worden wäre, 90 Prozent der begangenen Verbrechen gegenüber Medienschaffenden hätten keinerlei juristische Konsequenzen gehabt, so Mihr. 

Reporter ohne Grenzen ruft den neuen, seit Dezember 2018 amtierenden mexikanischen Präsidenten Lopez Obrador dazu auf, den Strafgerichtshof bei seinen Untersuchungen zu unterstützen. «Dies wäre das richtige Signal um zu zeigen, dass die systematischen Verbrechen an Medienschaffenden nicht länger hingenommen werden», sagt Mihr. 

Mexiko liegt in der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 147 von 180 Ländern.