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Mittwoch
23.06.2021

Kino

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr...

Oscar-Preisträger Steven Spielberg und Netflix machen gemeinsame Sache. Der Streamingdienst und Spielbergs Produktionsfirma Amblin Partners gaben am Montag Pläne für eine mehrjährige Zusammenarbeit bekannt.

Ein überraschender Plot-Twist in Hollywood, denn der Garant für legendäre Kinoerfolge galt bisher kaum als Freund der Streamer.

Nun sind gleich mehrere gemeinsame Spielfilme pro Jahr geplant, wobei sich Spielberg auch als Regisseur einbringen soll.

Amblin sei ganz auf das Erzählen von Geschichten ausgerichtet, sagte Spielberg in einer Mitteilung. Er freue sich auf die «wunderbare Möglichkeit», zusammen mit Netflix neue Geschichten und neue Zuschauer zu erschliessen.

Umgekehrt lobte Netflix-Programmchef Ted Sarandos die unerwartete Zusammenarbeit mit den schönsten Worten. Sarandos würdigte Spielberg als «kreativen Visionär und Anführer». Er sei von dessen Geschichten und denkwürdigen Charakteren beim Heranwachsen sehr geprägt worden.

Spielberg, der Blockbuster wie «Der weisse Hai», «Jäger des verlorenen Schatzes», «E.T.» und «Jurassic Park» inszenierte, galt in der Filmbranche eher als Skeptiker von Streamingdiensten wie Netflix. Seine Produktionsfirma arbeitete bisher eng mit dem Hollywood-Studio Universal Pictures zusammen.

Doch die Kooperation zeigt, dass Netflix sich auch in Hollywood Ansehen und Respekt erarbeitet hat. Das liegt nicht zuletzt an der Wachstums-Strategie. Während andere Filmstudios eigene Streamingdienste lancieren oder andere Streamer Filmstudios übernehmen, setzt Netflix weiterhin auf Produktion durch Dritte.

Auch Amblin Partners hat bereits Streifen für Netflix hergestellt, darunter «The Trial of the Chicago 7». Dieser Film konnte dieses Jahr sechs Oscar-Nominierungen verbuchen. Ursprünglich war das Projekt allerdings für Paramount Pictures gedacht. Paramount hat es dann an Netflix verkauft.

Insgesamt plant Amblin, dieses Jahr rund 60 Filme herauszubringen.