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Sonntag
6.8.2017

TV / Radio

Die erfolgreichste SRF-Webserie: «True Talk»

Erst vor neun Monaten lancierte das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) die ersten Webserien und nun liegen die Auswertungen vor. Diese zeigen: Die hauseigenen Produktionen erreichen alle mehr als hunderttausend Videostarts - also Klicks, die nicht garantieren, dass das Video fertig geschaut wurde.

3,4 Millionen Mal wurde die bislang erfolgreichste Webserie «True Talk» angeklickt. Die Reaktion aus dem Leutschenbach erstaunt daher nicht: «Generell sind wir mit den Zahlen sehr zufrieden», konstatiert Stefano Semeria, Leiter des Bereichs Junge Zielgruppen bei SRF, auf Anfrage des Klein Reports.

Dabei ist die hohe Anzahl an Videostarts laut Semeria nicht die einzige gute Erkenntnis aus der internen Auswertung, die dem Klein Report vorliegt: Die SRF-Webserien werden von vielen jungen Leuten konsumiert. «Einerseits erreichen wir ein sehr grosses Publikum. Andererseits sehen wir auch, dass die Webserien offensichtlich einem Bedürfnis des jungen Publikums entsprechen.»

«Um bei `True Talk` zu bleiben, drei Viertel der Nutzung entfiel auf unter 35-Jährige, also das Zielpublikum, das wir erreichen wollen», meint Semeria weiter. Alleine die zweite Staffel von «True Talk» verzeichnet 2,7 Millionen Klicks und überflügelt damit alle anderen Webserien. Die Sendung, die vorurteilsbelasteten Menschen Platz und Zeit vor der Kamera gibt, damit sie Fragen beantworten können, stösst also auf reges Interesse.

«Inked», «How I met my Schätzli» und «Kreuz und Queer» sind neben «True Talk» andere anschauliche Namen von SRF-Webserien. In der erstgenannten Sendung werden tätowierte Personen vorgestellt, die Geschichten erzählen und Tattoos zeigen - mit knapp 700 000 Videostarts, wovon 60 Prozent auf das angestrebte Zielpublikum fallen, ein gutes Ergebnis.

Bei der Auswertung am wenigsten Klicks erhalten, hat «S.O.S.»: Die Sendung «lässt junge Menschen zu Wort kommen, die vom Schicksal ausgebremst wurden», lautet der Selbstbeschrieb auf der SRF-Homepage. Von den 110 000 Videostarts entfielen 80 Prozent auf unter 35-Jährige, womit das gewünschte Zielpublikum erreicht wurde.

«Wichtig ist uns auch, mit jeder neuen Webserie inhaltlich dazuzulernen, um noch besser zu verstehen, welche Themen und Erzählformen das junge Publikum über welche Kanäle konsumieren will», betont Semeria gegenüber dem Klein Report. Angesprochen auf das Potenzial der Webserien antwortet er, dass das Publikum Inhalte erhalte, «die seine Lebenswelt und auch sein Mediennutzungsverhalten reflektieren».

Mit einer Länge «von wenigen Minuten» würden sich die Folgen besonders gut eignen, «um sie unterwegs übers Smartphone und Tablet anzuschauen», weiss Semeria und fügt abschliessend hinzu: «Da diese Art der Nutzung stetig steigt, werden Webserien in Zukunft wichtiger.»