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Freitag
27.07.2018

TV / Radio

Ausschnitt aus dem SRF-Konzept "Newsroom 19"

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) will in etwas mehr als einem Jahr aus dem neuen Newsroom-Gebäude senden. Aktuell wird in Zürich aber nur mit der TV- und Online-Redaktion geplant.

Erst wenn der Verwaltungsrat der SRG definitiv entscheidet, dass die Radio-Abteilung Information in den Newsroom integriert wird, wollen die SRF-Verantwortlichen einen vollkonvergenten Campus Leutschenbach planen.

«News, aber richtig» heisst es auf einem internen Papier, das dem Klein Report vorliegt. Im 15-seitigen Dokument, das den Newsroom 19 vorstellt, werden den Mitarbeitenden beim Schweizer Radio und Fernsehen alle Details der Zusammenlegung von TV und Online erklärt. «Der Newsroom steht für einen grundlegenden Wandel bei SRF. Wir müssen in einer Zeit der rasant fortschreitenden Digitalisierung unsere Arbeitsweise, unsere Strukturen und technischen Möglichkeiten auf den Prüfstand stellen», heisst es in der Einführung. 

Das Projekt Newsroom 19 sei nur ein gemeinsames Vorhaben von der Chefredaktion TV (Information TV) und SRF News (News Online), bestätigt Projektleiter Urs Leuthard gegenüber dem Klein Report. «Mittlerweile hat die SRG, unter anderem weil der Bundesrat die Gebühren gesenkt und gedeckelt hat, ein Sparprogramm geschnürt, das massiv bei den Immobilien ansetzen will», so Leuthard weiter. Geprüft werde in diesem Zusammenhang deshalb auch ein Umzug des Radiostudios (ohne «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis», Inland- und Bundeshausredaktion) nach Zürich.

Falls die Radiokollegen nach Zürich kommen sollten, dann «werden wir gemeinsam mit ihnen erarbeiten, wie sie Teil des Campus Leutschenbach werden können». Die «interne Meinungsvielfalt» wolle man dabei nicht gefährden, fügt der Projektleiter Newsroom 19 sofort an.

Der frühere Moderator der Sendung «Arena» auf SRF hat als Newsroom-Verantwortlicher einen schweren Stand. Die Mitarbeitenden in der Bundeshauptstadt setzen sich gegen die entsprechenden Pläne von SRF schon länger zur Wehr. Auch in Zürich-Seebach ist die Unzufriedenheit wegen des Newsroom 19 aktuell gross.

Welches die Ziele des Newsrooms sind, möchte der Klein Report von Leuthard wissen: «Zuerst einmal möchte ich betonen: Der Service-public-Auftrag, wie er in Verfassung, Gesetz und Konzession verankert ist, und unsere publizistischen Qualitätsstandards, wie sie in den Leitlinien festgehalten sind, stehen auch im Newsroom an erster Stelle.» Als wichtigste Ziele zählt er auf: «Digital First» in Planung und Produktion, Förderung von Fachkenntnissen und Spezialistentum, effizientere Workflows, flexiblere Organisation und konsequente Verwertung bestehender Inhalte.

Zu diesen Punkten erklärt Urs Leuthard weiter: 

«Digital first» in Planung und Produktion: «Der Newskonsum wird immer digitaler, die Broadcast-Sendungen verlieren (vor allem die jüngeren) Zuschauerinnen und Zuschauer. Wir wollen darauf reagieren, indem wir die digitalen Ansprüche konsequent und schnell in Planung und Produktion integrieren.» 

Förderung von Fachkenntnissen und Spezialistentum: «Als Service-public-Haus müssen wir nicht schneller sein als die anderen, aber wir müssen in Sachen Fachkompetenz und Sachgerechtigkeit an der Spitze sein und bleiben. Wir wollen noch besser und rascher werden in der Vermittlung von Hintergründen, von Einordnungen, von Eigenrecherchen. Mit dem Fachredaktionsprinzip stellen wir uns dafür auf. Der Leitsatz für unseren Newsroom heisst: `News, aber richtig`. Richtig heisst korrekt und präzis, heisst aber auch vollständig, umfassend, kontextbezogen.»

Effizientere Workflows, flexiblere Organisation: «Die heutigen Newskonsumentinnen und Konsumenten wollen jederzeit, überall und auf allen Kanälen informiert sein. Deshalb müssen wir mehr produzieren bei gleichbleibenden oder sinkenden Ressourcen. Wir müssen also effizienter arbeiten. Und weil sich die Medienwelt heute deutlich schneller dreht als früher: Eine flexible Organisation ist überlebenswichtig.»  

Konsequente Verwertung bestehender Inhalte: «In unserem Haus werden in allen Bereichen hochwertige Inhalte recherchiert und produziert. Indem wir diese Inhalte auf verschiedenen Kanälen zur Verfügung stellen, erreichen wir mehr Menschen. Das ist effizient, und das ist publizistisch sinnvoll.»